In Australien

Hacker stehlen Pläne für Geheimdienstzentrale

Canberra - Peinliche Schlappe für den australischen Geheimdienst: Chinesische Hacker haben nach Medienberichten die Baupläne für die neue Zentrale in Canberra gestohlen.

Dies berichtete am Dienstag der nationale Rundfunksender ABC. Die australischen Grünen, Koalitionspartner von Ministerpräsidentin Julia Gillard, forderten eine unabhängige Untersuchung und einen sofortigen Baustopp.

Der Neubau der Australian Security Intelligence Organization (ASIO) soll rund 630 Millionen australische Dollar kosten (rund 470 Millionen Euro) und rund 1800 Mitarbeitern Platz bieten. Der Umzug ist für dieses Jahr geplant. Dem ABC-Bericht zufolge knackten die Cyber-Angreifer das Firmennetz einer der Baufirmen und stahlen detaillierte Pläne über die Verkabelung im Gebäude, die internen Sicherheitssysteme und die Standorte wichtiger Server. Die Datenspur der Hacker lässt sich demnach bis nach China zurückverfolgen.

Der für den Bau zuständige Justizminister Mark Dreyfus und Regierungschefin Gillard wiesen den ABC-Bericht als unrichtig zurück, gingen aber auch auf Nachfrage von Abgeordneten nicht weiter ins Detail.

Die Grünen-Chefin Christine Milne fragte, ob der Neubau nun überhaupt jemals seinen Zweck erfüllen könne, sollten die Pläne tatsächlich gestohlen worden sein. Bis dies geklärt sei, müsse die Regierung einen Baustopp erlassen. Auch sei unklar, ob ausländische Geheimdienste zukünftig noch bereit sein werden, sensible Informationen mit Australien zu teilen.

ap

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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