Anschlag nicht verhindert?

Bericht: Polizei wusste von Zielen der Freitaler Gruppe

Freital - Nach einem Bericht des Magazins "Spiegel" hätte die rechtsextremistische "Gruppe Freital" bereits früher gestoppt werden können. Die Polizei sei über Ziele informiert gewesen.

Die rechtsextremistische Gruppierung aus dem sächsischen Freital, der drei Anschläge zur Last gelegt werden, hätte nach "Spiegel"-Informationen womöglich früher gestoppt werden können. Nach einem Vorabbericht vom Freitag liegen dem Hamburger Magazin nach eigenen Angaben Indizien vor, wonach die Polizei einen Beamten im Umfeld der Gruppe positioniert hatte.

Dieser Zeuge habe umfänglich über den vermutlich ersten Anschlag der Gruppe ausgesagt, Namen und Chats preisgegeben und erklärt, er sei bei einem Anschlag sogar dabei gewesen. Die Staatsanwaltschaft sicherte dem Informanten demnach Vertraulichkeit zu. In dem Vernehmungsprotokoll sei jedoch vermerkt, der Unbekannte habe sich mit einer Dienstmarke legitimiert.

Wie der "Spiegel" ergänzend berichtete, hieß es dazu aber aus den Sicherheitsbehörden, es habe keinen verdeckten Ermittler in der Gruppe gegeben. Die Angaben über den Zeugen seien in dem Protokoll irrtümlich falsch ausgefüllt worden.

Ermittler sollen Telefonanschluss abgehört haben

In dem "Spiegel"-Bericht hieß es, vor dem zweiten Anschlag der Gruppe sollen die Ermittler bereits einen Telefonanschluss im Umfeld der Beschuldigten abgehört haben. Laut Abhörprotokoll hätten die Strafverfolger damit Stunden vor der Tat Hinweise auf einen geplanten Angriff auf ein linkes Wohnprojekt in Dresden gehabt. Der Anschlag sei nicht verhindert worden.

Die als rechtsterroristisch eingestufte Gruppe Freital soll nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft im vergangenen Herbst zwei Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Freital sowie einen Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Dresden verübt haben. Bei einem der Anschläge trug ein Bewohner Schnittwunden durch zersplittertes Fensterglas davon.

Spezialeinheiten der Bundespolizei nahmen am Dienstag fünf mutmaßliche Mitglieder der Gruppe fest. Drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung saßen zuvor bereits in Untersuchungshaft.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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