Berlusconi: Trete bei Neuwahlen wieder an

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Silvio Berlusconi

Berlin - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will erneut als Spitzenkandidat kandidieren, sollte es zu Neuwahlen kommen.

Zugleich zeigte sich der 74-Jährige in einem Interview der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) unbeeindruckt von der Ankündigung seines früheren Verbündeten Gianfranco Fini, eine eigene Partei zu gründen. Er könne sich vorstellen, dass Finis Partei “unsere Regierung“ mittrage. “Italien ist weiter ein Land mit einer stabilen politischen Führung und einer starken Exekutive, die sich auf den Konsens der breiten Mehrheit stützen kann“, sagte Berlusconi.

Vorwürfe der Korruption und der Steuerhinterziehung wies Berlusconi zurück. In mehr als hundert Ermittlungsverfahren sei er nie verurteilt worden: “Tatsache ist, dass ich von linken Staatsanwälten und Richtern angegriffen werde, die ihre Macht für den politischen Kampf rechtswidrig missbrauchen.“

Berlusconi äußerte sich auch zum deutsch-italienischen Verhältnis und nannte dies “hervorragend“. Vor allem schätze er Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte er. “Sie ist sehr verantwortungsbewusst und zielstrebig und arbeitet sich stets gewissenhaft in jedes Dossier ein, fast schon perfektionistisch“, sagte Berlusconi. Dagegen warf er der Europäischen Union vor, ihr Kurs sei unklar und die Außendarstellung unzulänglich. “Die EU zeigt sich weniger als Garant für Frieden und Wohlstand, sondern als Winkeladvokat, der nur Kriterienkataloge und Hindernisse zu schaffen scheint“, kritisierte Berlusconi.

dpa

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