Schröder weist Kritik an ihrem Buch zurück

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Familienministerin Kristina Schröder präsentierte am Dienstag ihr Buch in Berlin.

Berlin - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat ihr Buch gegen harsche Kritik der Opposition verteidigt. Das Frauenbild, das die Ministerin vermittelt, ist heftig umstritten.

Es werde deutlich, dass mit der Kritik an ihren Thesen „ein bestimmtes Bild von mir gepflegt werden soll“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag kurz vor der Vorstellung von „Danke, emanzipiert sind wir selber!“. Schröder machte deutlich, dass „es meine tiefe Überzeugung ist, das ich als Familienministerin keine Rollenleitbilder vorzugeben habe“. Sie habe mit dem Buch Anstöße zu Diskussion geben wollen. Schröder will das Buch am Abend in Berlin präsentieren.

SPD-Bundestagsfraktionsvize Dagmar Ziegler warf Schröder Versagen vor. Das Buch sei eine „Absage an Politik“. „Denn Frauen sind in der Schröderschen Lesart eben selbst schuld an ihrer Misere“, sagte Ziegler „Handelsblatt Online“. Schröder nehme ihre Verantwortung angesichts der zahlreichen offenen Baustellen in der Familienpolitik nicht wahr. Mit ihrer Buchveröffentlichung wisse man jetzt auch warum: „Ministerin Schröder will keine Politik machen - dann soll sie konsequenterweise ihren Stuhl räumen.“

Entstanden ist die Schrift während Schröders Mutterschutz. Co-Autorin ist Caroline Waldeck, eine Mitarbeiterin aus dem Familienministerium. „Dieses Buch ist ein politisches Buch, aber kein Buch über Politik“, heißt es im Vorwort. Schröder beschreibt, warum sie Leitbilder wie „Hausfrau, Karrieremutter, Rabenmutter“ ablehnt. Diese würden den Frauen „samtene Fesseln“ anlegen. „Dieses Diktat wollen wir hinter uns lassen“, heißt es im Vorwort. Schröder wird nach eigenen Angaben ihren Erlös aus dem Verkauf spenden.

(Kristina Schröder, Caroline Waldeck: „Danke emanzipiert sind wir selber!“ Piper Verlag, München; 240 Seiten; 14,99 Euro.)

dapd

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