Bundesweite Razzia gegen Neonazi-Gruppe

Stutgart/Mainz - Mit einer bundesweiten Razia geht das Bundesinnenministerium gegen die neonazistische Gruppe "HNG" vor.

Das Bundesinnenministerium geht gegen die neonazistische “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.“ (HNG) vor: Am Dienstagmorgen wurden nach dpa-Informationen Räume der bundesweit agierenden Organisation in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg durchsucht. Bundesweit sollten weitere Wohnungen und Büros führender Mitglieder unter die Lupe genommen werden wie in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Laut Innenministerium in Berlin besteht der Verdacht, dass die Zwecke des Vereins und seine Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen und dass er sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet.

Die zentral geführte HNG wurde 1979 gegründet und ist mit rund 600 Mitgliedern die größte neonazistische Organisation in Deutschland. In ihren Aktivitäten ist die HNG laut dem baden-württembergischen Verfassungsschutzbericht (2009) absolut spezialisiert: Sie verfolge den selbst gestellten Auftrag, inhaftierte Gesinnungsgenossen unter anderem durch Rechtsberatung, Überlassung rechtsextremistischer Literatur und Vermittlung von Briefkontakten moralisch und materiell zu unterstützen, um sie auch während der Haftzeit sozial und ideologisch weiter an die rechtsextremistische Szene zu binden und somit die staatlichen Ausstiegsangebote zu unterlaufen.

Die HNG verstehe sich als organisationsübergreifendes Bindeglied für Neonazis im In- und Ausland. Da viele ihrer Mitglieder zugleich auch anderen rechtsextremistischen Organisationen angehören, komme ihr als Integrations- und Vernetzungsfaktor innerhalb der Neonaziszene eine erhebliche Bedeutung zu.

dpa

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