CDU will Verteilung von Gratis-Koran verhindern

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Ein aufgeschlagener Koran: 25 Millionen Exemplare sollen in Deutschland kostenlos verteilt werden.

Berlin - Die radikalen Salafisten wollen in Deutschland 25 Millionen kostenlose Korane verteilen. Der Verfassungsschutz, aber auch Politiker sind alarmiert. Sie wollen die Mission verhindern.

Die Union will die geplante kostenlose Verteilung von 25 Millionen Koran-Exemplaren durch radikale Salafisten verhindern. Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) sagte der Rheinischen Post: “Wo immer dies möglich ist, muss diese aggressive Aktion gestoppt werden.“ Radikalislamistische Salafisten hatten erklärt, in Fußgängerzonen von Großstädten und im Internet 25 Millionen Koran-Exemplare an Nichtmuslime abgeben zu wollen.

Krings sagte: “Zwar ist gegen das Verbreiten religiöser Schriften prinzipiell wenig einzuwenden.“ Es komme aber auf den Absender an. “Die radikale Gruppe der Salafisten stört mit ihrem aggressiven Vorgehen den religiösen Frieden in unserem Land“, sagte er. Insbesondere vor Schulen sei das Verteilen des Korans nicht hinnehmbar. Wo es nicht zu verhindern sei, müsse es von den Behörden überwacht werden, damit Straf- und Ordnungsrecht eingehalten würden.

Der Innenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte: “Den Umtrieben der wachsenden radikal-salafistischen Bewegung in Deutschland muss dringend Einhalt geboten werden.“ Die Zahl der Salafisten sei zuletzt gestiegen. Das sei besorgniserregend. “Ihr Gedankengut ist mit unseren Grundwerten und unserem Staatsverständnis nicht zu vereinbaren.“ Eine massenhafte Verteilung des Korans durch Salafisten sei äußerst kritisch zu sehen.

Auch Verfassungsschützer zeigten sich besorgt. Mit der kostenlosen Abgabe von Koran-Exemplaren versuchten radikale Salafisten offensichtlich, mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen, um die salafistische Szene zu vergrößern. Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm hatte im vergangenen Sommer gewarnt: “Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist. Aber fast alle Terroristen, die wir kennen, hatten Kontakt zu Salafisten oder sind Salafisten.“

Der Verfassungsschutz beobachtet radikale Salafisten schon länger. Auch der Frankfurter Attentäter vom März 2011 hatte im Internet Kontakte zu Salafisten. Der Mann schoss auf US-Soldaten und verletzte zwei davon tödlich. Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Als Rechtsordnung hat für sie nur die Scharia Gültigkeit.

Vor diesem Hintergrund stößt die Koran-Aktion der Salafisten um den Kölner Geschäftsmann und Predigar Ibrahim Ab Nagie auch bei der SPD im Bundestag auf Kritik. “Die breit angelegte Verteilaktion von Gratisexemplaren des Korans durch Salafisten betrachte ich mit großer Sorge“, sagte die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, der Zeitung “Die Welt“.

Grundsätzlich sei zwar nichts gegen die Verteilung religiöser Schriften einzuwenden, solange nicht Aufrufe zu Straftaten oder Verunglimpfungen verbunden seien. “Aus meiner Sicht sind aber die Einstellungen und Motive der dahinter stehenden Personen äußerst bedenklich“, sagte Griese. “Zudem sind ihre Vernetzung und die ihnen zu Verfügung stehenden finanziellen Mittel sehr problematisch.“

dpa

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