Hohe Meinung von der Bundeskanzlerin

CDU-Mitgründer: "Merkel ein Geschenk Gottes"

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Für Günter-Helge Strickstrack ist Angela Merkel in der Union ein Geschenk von oben

 Hannover - Vor 63 Jahren war Günter-Helte Strickstrack ein Mitbegründer der CDU. Seiner Meinung nach ist Angela Merkel ein Geschenk des Himmels für die Union.

Günter-Helge Strickstrack wählt CDU. Schon immer und ohne Wenn und Aber. Noch nie hat er eine Stimmabgabe verpasst - egal ob bei Kommunal-, Landtags-, Europa- oder Bundestagswahlen. Am 22. September wird das nicht anders sein. Der 92-jährige Niedersachse ist ein besonderer Wähler. Denn im Gegensatz zu den anderen 61,8 Millionen Wahlberechtigten wählt er nicht einfach eine Partei. Strickstrack wählt „seine Partei“, wie er sie zurecht nennt: Am 20. Oktober 1950 gehörte er zu den 386 Delegierten, die in Goslar die Bundes-CDU gründeten.

Seitdem ist viel geschehen. Anstelle von Konrad Adenauer steht mit Angela Merkel eine Frau an der Spitze. Die CDU hat sich in den 63 Jahren längst neben als Volkspartei etabliert - jahrzehntelange Regierungsverantwortung inklusive. „Das habe ich bei der Gründung gehofft, das haben wir uns erhofft. Aber planen konnten wir es nicht“, erzählt Strickstrack, der nie Abgeordneter wurde, sondern als Unternehmer in der Kleider- und Bauindustrie sein Geld verdiente.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre Strickstrack, der in Isernhagen bei Hannover lebt, beinahe in die SPD eingetreten. „Dass ich die CDU mitbegründet habe war so gesehen ein Zufall.“ Anlass sei eine SPD-Veranstaltung gewesen, bei der ein Redner die deutschen Soldaten „fälschlicherweise in eine Reihe mit Kriegsverbrechern“ gestellt habe. Da sei er auf die Idee gekommen, eine christlich geprägte Partei zu gründen, in der konfessionelle Grenzen überwunden werden.

Sie waren die Chefs der CDU

Sie waren die Chefs der CDU

Obwohl der passionierte Jäger sich zum konservativen Flügel der Partei zählt, steht er hinter Merkel. „Die CDU war unter Adenauer konservativer. Das darf man nie vergessen“, betont er und fügt hinzu: „Die Kanzlerin halte ich aber für ein Geschenk Gottes.“

Völlig kritiklos steht er Merkel aber nicht gegenüber. „Es wird ihr ja zu Recht der Vorwurf gemacht, dass sie die Partei zu sehr nach links gelenkt hat.“ Zuletzt sei dies beim Atomausstieg der Fall gewesen. „Ich bin der Meinung, dass die 180-Grad-Kehrtwende uns geschadet hat.“ In der CDU hätten noch immer viele den Eindruck, „dass nicht alles auf dem richtigen Weg ist“.

Letztlich habe sich Merkel aber wie bei allen anderen Problemen in ihrer Amtszeit als Parteichefin und Kanzlerin durchgesetzt. Im persönlichen Umgang mit Parteifreunden habe sie Fehler begangen, meint der Niedersachse - etwa 2004 beim Bruch mit dem damaligen Bundestagsfraktionsvize Friedrich Merz. „Da hatte ich das Gefühl, dass sie abdriftete. Sie hätte besser ihre persönlichen Befindlichkeiten außen vor gelassen.“

Aller Kritik zum Trotz vertraut Strickstrack Merkel - so wie früher Adenauer. „In meinem Leben sind die beiden die entscheidenden Persönlichkeiten in der CDU.“ Helmut Kohl habe mit der deutschen Wiedervereinigung auch große Verdienste erzielt. „Aber mir hat er nicht so sehr gelegen wie Merkel.“ Ihre Stärke - auch im Vergleich zu SPD-Herausforderer Peer Steinbrück - sei die internationale Politik. „Es wäre ein Verhängnis für ganz Europa, wenn die Wahl schief geht.“ Im Falle eines Wahlsiegs der CDU wünscht sich Strickstrack eine bessere Sozial- und Familienpolitik.

Über Kontrahent Steinbrück sagt Strickstrack: „Ich halte ihn für einen intelligenten Mann und in Finanzfragen für sehr kompetent, aber als Staatsmann ist er nicht geeignet. Seine Art aufzutreten, ist nicht gelungen.“ Ihm fehle das gewisse Händchen, das Merkel habe - und auch Adenauer nicht gehabt habe. „Genau wie Adenauer erwartet Steinbrück von jedem, dass er sich nach ihm richtet und nicht umgekehrt.“

dpa

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