Julia Klöckner

CDU-Vize: Kirchen-Segen von Homo-Paaren "menschlich"

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Julia Klöckner.

Mainz - Die Diskussion um die Homo-Ehe ist voll entbrannt. Die Union sperrt sich dagegen, CDU-Vizechefin Julia Klöckner ist jedoch offen für eine kirchliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

„Ich denke, eingetragene Lebenspartnerschaften kirchlich segnen zu lassen, ist keine Zumutung, sondern menschlich“, erklärte die rheinland- pfälzische CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Mainz. „Wer füreinander Pflichten übernimmt, der muss natürlich auch Rechte bekommen.“

Klöckner gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an, das kürzlich mit der Forderung nach Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und neuer Partnerschaften nach einer Scheidung heftige Kritik der Bischöfe einstecken musste. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Laienorganisation gerügt und erklärt, einige ZdK-Forderungen seien „mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar“.

Dreyer: "Gleiche Pflichten, gleiche Rechte"

Die Ministerpräsidentinnen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben sich für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) teilte am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit, sie sei für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare: „Kaum etwas ist bedeutsamer als die Entscheidung füreinander einzustehen.“ Ihre Mainzer Kollegin Malu Dreyer (SPD) sagte im Landtag: „Wer die gleichen Pflichten übernimmt, muss doch auch die gleichen Rechte bekommen.“ Deutschland sei längst dazu bereit.

Irland hatte in einem Referendum für eine Gleichstellung von Ehe und homosexueller Lebenspartnerschaft gestimmt. Die Bundesregierung lehnt einen solchen Schritt ab. Mehrere rot-grün beziehungsweise rot-rot-grün regierten Bundesländer haben eine Bundesratsinitiative für die sogenannte Homo-Ehe angekündigt.

Hessen legt sich noch nicht fest

Die schwarz-grüne Koalition in Hessen hat sich noch nicht auf weitere Schritte zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften festgelegt. Wenn andere Länder entsprechende Vorschläge machten, werde Hessen sie prüfen, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Wiesbaden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. CDU und Grüne im Land sehen homosexuelle Partnerschaften sehr unterschiedlich. Laut Koalitionsvertrag wollen sie „Familie, Ehe und Lebenspartnerschaften unterstützen“ und „faktische Hindernisse“ zu einer freien Selbstverwirklichung ausräumen.

dpa

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