Spekulationen finden aber kein Ende

Chinas Vizepräsident Xi wieder aufgetaucht

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Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping (Mitte) bei einer Veranstaltung an der Landwirtschaftlichen Universität in Peking

Peking - Zwei Wochen nach seinem Verschwinden ist Chinas Vizepräsident Xi Jinping wieder aufgetaucht. Doch die Gerüchteküche brodelt weiter, denn eine Erklärung für seine Abwesenheit gibt es nicht.

Nach zwei Wochen unerklärlichen Verschwindens ist der chinesische Vizepräsident Xi Jinping wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Zwei Fotos der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zeigen den als künftigen Staatschef beschriebenen Politiker am Samstag in der Universität für Landwirtschaft in Peking.

Nach einem Bericht der „South China Morning Post“ weilte Xi Jinping rund 40 Minuten auf dem Campus. Seine Stimme habe „ziemlich normal“ geklungen und er sei anscheinend guter Stimmung gewesen.

Xis Verschwinden und das Schweigen der chinesischen Regierung dazu hatten im chinesischen Internet und in ausländischen Medien zahlreiche Spekulationen ausgelöst. So wurde gemutmaßt, er habe Termine wie ein Gespräch mit US-Außenministerin Hillary Clinton wegen eines Herzanfalls oder eines Rückenleidens absagen müssen.

„So eine lange Abwesenheit ist" höchst ungewöhnlich

„Es ist überall bekannt, dass die Gesundheit von Xi Jinping nicht besonders gut sein soll“, sagte ein Pekinger Professor, der nicht genannt werden will. „So eine lange Abwesenheit ist für ein Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros schon höchst ungewöhnlich.“

Am Samstag äußerte sich Xi Jinping nicht zum Grund seiner Abwesenheit. Xinhua zitiert den künftigen Staatspräsidenten anlässlich des Nationaltags zur Popularisierung der Wissenschaften lediglich mit Aussagen zur Bedeutung der Lebensmittelsicherheit.

Der Spitzenpolitiker aus einflussreicher Familie soll beim 18. Parteitag in diesem Herbst zum Parteichef der Kommunistischen Partei Chinas und damit zu einem der mächtigsten Männer der Weltpolitik gekürt werden. Im März 2013 soll Xi Jinping turnusmäßig Hu Jintao auch als Staatspräsident ablösen und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in die nächsten zehn Jahren führen.

dpa/dapd

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