Lindner will große Freiheiten als FDP-Chef

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Christian Lindner wird wohl der neue starke Mann bei der FDP

Düsseldorf - Nach seiner möglichen Wahl zum FDP-Chef will sich der bisherige Vizevorsitzende Christian Lindner erheblichen Gestaltungsspielraum in der Partei herausnehmen.

 "In dieser außergewöhnlichen Situation beanspruche ich für mich auch außergewöhnliche Möglichkeiten", sagte Lindner am Dienstag in Düsseldorf. Die Spitzenposten in der künftigen FDP sollten nicht nach Proporzerwägungen besetzt werden, sondern mit "Persönlichkeiten, die ein eigenes Profil und ein eigenes Gewicht haben".

Als Parteichef wolle er langfristig die Weichen stellen für eine Rückkehr in den Bundestag bei der nächsten Wahl, sagte Lindner. "Der Test des Neuanfangs der FDP ist die Bundestagswahl 2017." Seine Posten als Landes- und Fraktionschef der FDP in Nordrhein-Westfalen wolle er auch als Chef der Bundes-FDP behalten.

Lindner zog eine kritische Bilanz der FDP-Regierungszeit in Berlin. "Am Schluss war die liberale Idee verschüttet unter Klientelverdacht, Lobbyvorwürfen und Häme." Er sei sich aber sicher, dass weiterhin Bedarf bestehe für eine Partei, die wie die FDP wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Liberalität verbinde. Die Grundhaltung der FDP sei stimmig, aber "die Umsetzung in die Praxis unseres Regierungshandelns hat nicht funktioniert".

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Den Platz der FDP sieht Lindner weiter in der politischen Mitte. Einen Rechts- oder Linksschwenk werde es mit ihm nicht geben, auch werde die FDP nicht von ihrem europafreundlichen Kurs abweichen.

Zu seinem künftigen Spitzenteam machte Lindner wenige Angaben. Er nannte den schleswig-holsteinischen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki, der als Parteivize kandidieren will. Der frühere Parteichef Guido Westerwelle werde "operativ keine Rolle übernehmen wollen", sagte Lindner. Zur Zusammensetzung des Teams sagte er: "Die Vielfalt, die wir gesellschaftlich wollen, soll sich im Auftreten der FDP widerspiegeln."

AFP

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