Clinton warnt Taliban: Pakt mit Al-Kaida sofort beenden

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US-Außenministerin Hillary Clinton

Washington - Mit einer klaren Warnung hat US-Außenministerin Hillary Clinton die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan aufgerufen, sich vom Terrornetz Al-Kaida loszusagen.

Die Aufständischen müssten sich jetzt dafür entscheiden, ihre Waffen niederzulegen und die afghanische Verfassung zu akzeptieren, sagte Clinton am Freitag vor der Asiatischen Gesellschaft in New York. Sonst würden sie als “Feinde der internationalen Gemeinschaft“ das Ziel “unerbittlicher Angriffe“ bleiben.

Der Druck der US-Truppen auf die Taliban werde weiter zunehmen. “Sie können uns nicht hinhalten, sie können uns nicht besiegen“, sagte Clinton. Bereits jetzt hätten sie einen hohen Preis für ihre Unterstützung von Al-Kaida bezahlt. Ziel der amerikanischen Afghanistan-Strategie bleibe es, das bereits geschwächte Terrornetz weiter zu isolieren. “Die USA und ihre Alliierten werden weiter die Stabilität der afghanische Regierung unterstützen.“

Die Außenministerin machte zugleich deutlich, dass es bei den Abzugsplänen für die US-Truppen bleibe. Der bis 2014 vorgesehene Rückzug der rund 78 000 US-Soldaten werde wie vorgesehen Mitte des Jahres beginnen.

Zugleich stellte Clinton einen neuen Sondergesandten für Pakistan und Afghanistan vor. Der pensionierte Diplomat Marc Grossman werde die Nachfolge von Richard Holbrooke antreten. Sie bestätigte damit frühere Medienberichte. Holbrooke war im Dezember unerwartet nach einem Riss in der Herzschlagader gestorben.

Der 59-Jährige übernimmt seine neue Aufgabe wegen des geplanten Truppenabzugs zu einer kritischen Zeit. Zudem sieht sich Grossman mit einer zunehmenden Instabilität in Pakistan und Sorgen vor einem wachsenden Extremismus in der Region konfrontiert.

Grossman diente bereits 29 Jahre lang als US-Diplomat. Vor seiner Pensionierung 2005 hatte er den dritthöchsten Posten im US-Außenministerium inne. Er arbeitete unter anderem als Unterstaatssekretär für Präsident George W. Bush sowie als Ministerialdirektor mit dem Schwerpunkt Europa. Auch als Botschafter in der Türkei war er tätig.

dpa

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