Friedensappell in Hamburg

Dalai Lama sieht Waffenexporte kritisch

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Der Dalai Lama ist zu Besuch in Hamburg.

Hamburg - Vier Tage lang ist der Dalai Lama zu Gast in Hamburg. Vor 7000 Menschen warb der Friedensnobelpreisträger für menschliche Werte wie Mitgefühl, Toleranz und Gewaltlosigkeit.

Mit einem Appell für Frieden und Mitgefühl hat der Dalai Lama seinen viertägigen Besuch in Hamburg offiziell begonnen. „Jeden Tag sehen wir im Fernsehen schreckliche Bilder von Brüdern und Schwestern, die sich gegenseitig umbringen“, sagte der Friedensnobelpreisträger am Samstag vor 7000 Zuhörern im Hamburger Congress Centrum (CCH). „Dagegen müssen wir etwas tun. Der Frieden kommt nicht von Allah oder Buddha, sondern muss von den Menschen geschaffen werden.“ Bildung sei das Wichtigste, um Dialog herzustellen und somit eine friedliche Welt zu schaffen. Bis zum Dienstag will der 79-Jährige in Hamburg über menschliche Werte sprechen und buddhistische Unterweisungen geben.

Auch Deutschland und Frankreich seien einst Feinde gewesen. Das habe sich längst grundlegend geändert und daraus habe sich das „wunderbare Konzept der Europäischen Union“ entwickelt. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, genauso wie die gemeinsame Währung in Europa. Kritisch äußerte sich der Dalai Lama über deutsche Waffenlieferungen. Es sei traurig, dass Deutschland Waffen verkaufe, um damit Profit zu machen, mit denen dann andere Menschen getötet würden, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der seit Jahrzehnten vor der Gefahr eines „kulturellen Völkermordes“ in seiner Heimat warnt und sich für den friedlichen Widerstand einsetzt.

Als Ursache für die Kriege in der Welt sieht der Dalai Lama „fehlgeleitete Emotionen“. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe er dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush sein Beileid zum Ausdruck gebracht und ihm geraten, nicht mit Gewalt zu antworten. „Durch Gewalt wird immer nur noch mehr Gewalt hervorgerufen“, meinte der 79-Jährige. Der Schlüssel für Frieden in der Welt sei Bildung und eine allgemeingültige Ethik, damit Mitgefühl, Toleranz und Gewaltlosigkeit Wut, Angst und Verzweiflung besiegen. „Aus diesem Verständnis heraus kann es eine Veränderung geben.“

Es ist bereits der sechste Besuch des Friedensnobelpreisträgers in der Hansestadt. Am Sonntag und Montag wird der Dalai Lama vor tausenden Anhängern Vorträge über einen alten indischen Text aus dem Mahayana-Buddhismus halten, der quasi als „Bibel des Buddhismus“ gilt. Am Dienstag spricht er dann unter dem Motto „... und was ist mit Tibet?“ über die Situation in der seit 1950 zur Volksrepublik China gehörenden Himalaya-Region.

dpa

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