Bluttat in Dallas

Heckenschützen töten fünf Polizisten - Obama tief betroffen

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Geschockte Anwohner nach der Schießerei in Dallas, bei der fünf Polizisten von Heckenschützen erschossen wurden.

Dallas - Heckenschützen haben in Dallas fünf Polizisten erschossen. Die Schüsse fielen während Protesten gegen den Tod zweier Afroamerikaner bei Polizeieinsätzen. US-Präsident Obama sagte, die Tat erfülle ihn mit Abscheu.

Heckenschützen haben in der US-Stadt Dallas fünf Polizisten getötet. Sieben weitere Beamte und zwei Zivilisten wurden nach den Worten von Polizeichef David Brown verletzt. Die Schützen feuerten während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt am Donnerstagabend (Ortszeit) auf die Beamten. Zuvor waren in den USA innerhalb von zwei Tagen zwei Afroamerikaner von Polizisten erschossen worden.

Obama tief bestürzt über die Bluttat

US-Präsident Barack Obama sprach von einem gezielten Angriff auf Polizisten und zeigte sich tief betroffen. Es handele sich um eine „bösartige, kalkulierte und verabscheuungswürdige“ Tat, so Obama am Freitagmorgen in Warschau. Die Tat erfülle ihn mit Abscheu. Die Polizisten seien dabeigewesen, Menschen zu beschützen, als sie angegriffen worden seien.

Polizeichef David Brown sagte am frühen Freitagmorgen zu der Schießerei in Dallas: „Die Schützen wollten so viele Gesetzeshüter wie möglich verletzen oder töten.“ Der Schock über die Bluttaten der Heckenschützen ist groß: "Es ist eine verheerende Nacht gewesen", twitterten die Beamten, als als sie den Tod eines fünften Beamten bestätigten.

Umstellter Heckenschütze ist tot

Ein Verdächtiger hatte sich nach Angaben von Brown vom frühen Morgen noch in einem Parkhaus verschanzt. Der Mann habe auf die Polizei geschossen, Verhandlungen seien zunächst erfolglos geblieben. Der Verdächtige habe zudem gedroht, dass Bomben in der Stadt versteckt sein. „Er hat gesagt, er wird mehr von uns töten“, sagte Brown. Bombenexperten hatten bereits ein verdächtiges Paket untersucht, twitterte die Polizei. Gegen 3 Uhr Ortszeit berichtete der Sender "CNBC", dass der Täter "neutralisiert" sei. Später kam von Bürgermeister Mike Rawlings die Bestätigung: Polizisten hätten den Mann getötet.

Polizei nahm drei weitere Verdächtige fest

Bei einer Anti-Rassismus-Demo in Dallas wurden Polizisten erschossen.

Die Polizei nahm drei weitere Verdächtige fest. Dabei handelte es sich nach den Worten von Brown um eine Frau, die in der Nähe des Parkhauses festgenommen wurde, und zwei Männer, die zuvor in einem Wagen geflüchtet waren. „Wir sind aber noch nicht vollständig sicher, dass wir alle Verdächtigen in Gewahrsam haben“, sagte Brown. Bürgermeister Mike Rawlings forderte die Bevölkerung auf, den Tatort zu meiden. Die Polizei hatte die Öffentlichkeit zuvor um Hilfe bei der Suche nach Verdächtigen gebeten und ein Foto veröffentlicht. Es zeigt einen Mann, der eine Waffe bei sich hat, und ein T-Shirt in Camouflage-Farben trägt. Er stellte sich, wurde inzwischen aber wieder freigelassen, wie die „Dallas Morning News“ berichtete.

Bei einem der Toten handelt es sich offenbar um einen Polizisten im Dienst des Nahverkehrsunternehmens DART. Einige der verletzen Beamten würden noch operiert oder befänden sich in lebensbedrohlichem Zustand, so der Bürgermeister von Dallas Mike Rawlings. Die Polizei forderte die Bürger auf, das Stadtzentrum von Dallas zu meiden. Der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen, wie die „Dallas Morning News“ meldete. 

Ein Polizist sichert nach der Schießerei an einer Straßenabsperrung.

Augenzeugen berichteten von Chaos, als die ersten Schüsse kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit) am Donnerstag fielen. Passanten suchten Schutz in Hauseingängen oder Bushaltestellen. Als die ersten Schüsse zu hören waren, habe sie zunächst gedacht, es handele sich um Feuerwerkskörper, sagte eine Zeugin dem Sender KTVT, die von „mindestens 30 Schüssen“ sprach. In einem von CNN veröffentlichten Video waren eine Reihe von Schüsse zu hören. „Hier ist wirklich jemand bis an die Zähne bewaffnet“, sagt ein Zeuge. Ein anderes Video zeigte einen Schusswechsel zwischen einem Verdächtigen und der Polizei.

Zuvor gab es friedliche Proteste

Zuvor hatte es in der Stadt friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. Anlass war der Tod von zwei Schwarzen innerhalb von zwei Tagen: In Falcon Heights (Minnesota) war der 32 Jahre alte Philando Castile im Krankenhaus gestorben, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. In Baton Rouge (Louisiana) hatten zwei Polizisten den 37-jährigen Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und aus nächster Nähe erschossen.

US-Präsident Barack Obama reagierte betroffen. Er beschwor die Amerikaner, nach dem Geschehenen nicht in routinierte Reaktionsmuster zu verfallen, sondern innezuhalten.

Bilder: Polizisten bei Anti-Rassismus-Demo erschossen

AFP/dpa

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