FDP denkt an Kirchensteuer für Muslime

+
FDP-Generalsekretär Christian Lindner

Hamburg - FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, die verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Deutschland rechtlich gleichzustellen. Das könnte eine Kirchensteuer für Muslime nach sich ziehen.

Lesen Sie auch:

FDP verharrt unter 5 Prozent

Lindner strebt eine Reform der Kirchensteuer-Regelung an. “Denkt man das konsequent, dann könnte der Staat irgendwann bei Muslimen ein Pendant zur Kirchensteuer einziehen“, sagte Lindner in der neuen Ausgabe der “Zeit“-Beilage “Christ & Welt“. Demnach befürwortet Lindner ein Religionsverfassungsrecht, das “ohne Bevorzugung auskommt“. Derzeit zieht der Staat nur für Glaubensgemeinschaften Kirchensteuer ein, die den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts besitzen, also etwa die katholische oder evangelische Kirche.

Auch staatliche Zuwendungen über die Kirchensteuer hinaus stellte Lindner infrage. “Nach über 200 Jahren dürfen Regelungen und Zahlungen hinterfragt werden“, sagte er. Eine nüchterne Debatte über das Staatskirchenrecht sei kein antiklerikaler Akt. Die beiden großen christlichen Kirchen erhalten nach eigenen Angaben jedes Jahr staatliche Leistungen in Höhe von rund 460 Millionen Euro. Die Zahlungen gelten als Kompensation für Enteignungen in früheren Jahrhunderten.

dpa

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Verfassungsgericht lehnt NPD-Verbot ab

Für die Länder ist es ein Schlag: Sie schaffen es nicht, ein Verbot der NPD zu erstreiten. Damit ist schon der zweite Versuch gescheitert. Das …
Verfassungsgericht lehnt NPD-Verbot ab

Kommentare