Polizei will in Ägypten schießen

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Polizisten auf den Straßen von Kairo.

Kairo - Die Polizei will die für Freitagnachmittag geplanten Protestdemonstrationen in Ägypten notfalls mit brachialer Gewalt verhindern.

“Die Polizei hat klare Anweisungen erhalten, jede Demonstration zu verhindern und notfalls auch direkt auf mögliche Demonstranten zu schießen“, hieß es aus ägyptischen Sicherheitskreisen. Auf den großen Plätzen von Kairo fuhren am Vormittag gepanzerte Truppentransporter der Polizei auf. In den Nebenstraßen standen zahlreiche Polizeiwagen.

Mehrere ägyptische Oppositionsparteien und lose organisierte Protestbündnisse hatten die Muslime und Christen des Landes aufgerufen, am Freitag nach dem Gebet in der Moschee und nach dem Kirchgang erneut zu demonstrieren. Die Proteste gegen Korruption und steigende Preise und für einen Rücktritt von Präsident Husni Mubarak und seiner Regierung dauern schon seit dem vergangenen Dienstag an. Viele liberale Ägypter fürchten, dass die offiziell verbotene Muslimbruderschaft, die für eine Islamisierung des Staates eintritt, jetzt auf den fahrenden Protestzug aufspringen wird, der nicht von ihnen, sondern hauptsächlich von Studenten und jungen Arbeitslosen in Gang gesetzt worden war.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat Ägypten aufgefordert, nicht mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. “Wir fordern die ägyptische Regierung zum Gewaltverzicht auf“, sagte Westerwelle im ZDF-“Morgenmagazin“.

Blutige Massenproteste in Ägypten

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Vor den geplanten Großkundgebungen an diesem Freitag verlangte der Minister zudem, dass die Demonstrationsfreiheit im Land geachtet werde. “Wir haben in Gesprächen mit der ägyptischen Regierung in den letzten Monaten immer wieder deutlich gemacht, dass eine Stabilisierung des Landes nur dadurch möglich wird, indem man auch Demokratie und Freiheitsrechte zulässt.“

Westerwelle lehnte ein geltendes “landläufiges Urteil“ ab, wonach Freiheitsrechte ein Land destabilisierten. “Heute sehen wir, wer Freiheits- und Bürgerrechte verweigert, destabilisiert ein Land“, sagte er.

dapd

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