Reaktionen deutscher Politiker

Merkel gratuliert - und lädt Obama ein

+
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert und ihn zu einem Besuch in Deutschland eingeladen.

Berlin/New York - Unmittelbar nach seinem Erfolg bei der Präsidentschaftswahl in den USA haben deutsche Spitzenpolitiker Barrack Obama gratuliert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert und ihn zu einem Besuch in Deutschland eingeladen. Sie freue sich auf die Fortsetzung der engen und freundschaftlichen Zusammenarbeit, schrieb Merkel am Mittwoch.

Als gemeinsame Aufgaben hob sie besonders die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, das Engagement in Afghanistan und die Herausforderung durch das iranische Nuklearprogramm hervor. „Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können“, schrieb Merkel nach Angaben des Bundespresseamtes weiter.

Steinmeier: Obama ist der richtige Präsident

Er freue sich für den wieder gewählten US-Präsidenten, sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Aus europäischer Sicht sei Obama der richtige Präsident für die USA. Außenmininster Guido Westerwelle rechnet nach der Wahl „mit neuen Impulsen in der Abrüstung“.

US-Wahl: Hier gehts zum Live-Ticker

Man sei in den letzten zwei Jahren in der Abrüstungspolitik gut vorangekommen, sagte der FDP-Politiker am Dienstagabend (Ortszeit) in New York. „Aber es muss jetzt noch mal ein energischer weiterer Schritt gemacht werden“, erklärte Westerwelle. Sein Appell gehe an die amerikanische Regierung und an Russland, „aufeinander zuzugehen und mit neuen Abrüstungsimpulsen die Sicherheit in der Welt zu verstärken“.

Bilder der US-Wahlnacht: Jubel und lange Gesichter

Bilder der US-Wahlnacht: Jubel und lange Gesichter

Zuvor war US-Präsident Barack Obama nach einem beispiellosen Wahlkrimi übereinstimmenden Prognosen der US-Fernsehsender zufolge für eine zweite Amtsperiode bestätigt worden.

Riexinger: Hoffe, er „führt weniger Kriege in aller Welt“

Linke-Chef Bernd Riexinger kommentierte den Erfolg Obamas im Kurznachrichtendienst Twitter: „Ich gratuliere Barack Obama. Ich hoffe, er kümmert sich um Jobs und Infrastruktur in Amerika und führt weniger Kriege in aller Welt.“

Steinmeier forderte, die neue Amtszeit Obamas müsse frischen Wind in die transatlantischen Beziehungen bringen: „Wir müssen mehr investieren in diese Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg. Die Erwartung an uns wird eher steigen“, sagte der frühere Außenminister.

Westerwelle forderte zudem mehr Freihandel zwischen den USA und Europa. „Das ist uns ein zentrales europäisches Anliegen“, betonte der Minister. „Der Protektionismus muss zurückgedrängt werden.“ Die Gespräche für eine Freihandelszone müssten schnellstmöglich aufgenommen werden. „Denn wir haben keinerlei Zeit zu verlieren in Anbetracht der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten.“

„Obama betrachtet Welt ähnlich wie Europäer“

Der frühere Koordinator der deutsch-amerikanischen Beziehungen, der SPD-Politiker Karsten Voigt, begrüßte im „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Wiederwahl Obamas. „Der Wahlsieg Obamas freut mich“, sagte er und fügte hinzu: „Man muss einfach sehen, dass die republikanische Partei in den letzten Jahren nach rechts gerückt ist. Die Amerikaner sind ideologischer geworden. Obama betrachtet hingegen die Welt so ähnlich wie wir Europäer das tun.“

Obama-Wahl: Das twittern die Promis

Obama-Wahl: Das twittern die Promis

Von der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten erhofft sich Voigt „einerseits Kontinuität, andererseits sollte man die zweite Amtsperiode als Chance für eine Modernisierung der transatlantischen Beziehungen nutzen. Europa sei nach wie vor als Problemlöser gefragt. Voigt: “Wir sind der wichtigste Partner der USA. Als Partner werden wir sicher in den kommenden Jahren noch mehr gefordert werden. Ich bin mir sicher, dass Obama auf Europa zugehen wird„.

Özdemir: "Gute Nachricht für uns Europäer“

Grünen-Chef Cem Özdemir freut sich über die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama. „Herzlichen Glückwunsch an Obama und sein Team“, sagte Özdemir am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Der Erfolg des Amtsinhabers sei „eine gute Nachricht für uns Europäer“. Er fügte hinzu: „Wir haben einen Partner in den USA, der die gleiche Sprache spricht wie wir.“

Özdemir betonte mit Blick auf das transatlantische Verhältnis, die Europäische Union müsse auch in der Außenpolitik „mit einer Stimme sprechen“. Für die Amerikaner sei Nordafrika nicht mehr „eine Interessenssphäre erster Güte“, für Europa dagegen die unmittelbare Nachbarregion. Europa müsse sich darum kümmern, dass sich dort Stabilität, Demokratie und Menschenrechte durchsetzten.

Gysi fordert von Obama Einlösen von Versprechen

Linke-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi lobt das amerikanische Volk für die nach seiner Meinung kluge Entscheidung, die es mit der Wiederwahl Barack Obamas zum US-Präsidenten getroffen habe. Gleichzeitig forderte er Obama auf, seine historische Chance zu nutzen, „um nunmehr alle Versprechen einzulösen, die er vor vier Jahren gemacht hat“, sagte Gysi am Mittwoch in Berlin.

Er hoffe, dass Obama „einen Weg des Friedens - auch gegenüber dem Iran und Syrien“ gehe und bei Massenvernichtungswaffen abrüste. Wichtige Aufgabe von Obamas zweiter Amtszeit sei außerdem die Lösung des Nahostkonflikts und dass er ein neues Verhältnis zu Mittel- und Südamerika entwickle, sagte Gysi weiter.

Gysi lobte Obamas Wahlsieg als Chance, „der tiefen Spaltung der amerikanischen Gesellschaft durch eine Politik der Gerechtigkeit die Schärfe zu nehmen“.

CSU-Chef Horst Seehofer sieht in der Wiederwahl des amerikanischen Präsidenten Barack Obama ein „Signal für Kontinuität in der transatlantischen Zusammenarbeit“. In einem Glückwunschschreiben an Obama unterstrich der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch nach Angaben der Staatskanzlei: „Europa braucht die USA als starken Partner in der Welt - und die USA brauchen Europa.“ Es gebe zudem ähnliche Herausforderungen.

Seehofer fügte hinzu: „Auf beiden Seiten des Atlantiks hoffen die Menschen auf eine Politik für fiskalische Solidität, wirtschaftliches Wachstum, sozialen und regionalen Ausgleich sowie eine nachhaltige Gestaltung der Umwelt.“ Im Votum für Obama komme auch der Wunsch der amerikanischen Wähler „nach Balance zwischen wirtschaftlicher Stärke und gesellschaftlicher Solidarität zum Ausdruck“.

dapd/dpa

Meistgelesene Artikel

Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Washington - Proteste in aller Welt haben den ersten vollen Amtstag von Donald Trump begleitet. Er selbst ignoriert sie erst einmal - und feuert …
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Washington - In seiner Antrittsrede am Freitag hat der neue US-Präsident Donald Trump das amerikanische Volk in den Mittelpunkt gestellt. Hier Trumps …
Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Mexiko-Stadt - Donald Trump regiert, die ersten Aktionen könnten sich gegen Mexiko richten - kein Land hat er mehr attackiert. Dort schwillt bereits …
Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Kommentare