Verlierer auf dem Arbeitsmarkt

Deutschland integriert Behinderte schlecht

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Inklusion ist machbar

Bonn - Zum "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" stellen die Unesco-Kommission und eine DGB-Untersuchung Deutschland schlechte Noten bei der Integration Behinderter aus.

Die Deutsche Unesco-Kommission hat Deutschland aufgefordert, behinderten Kindern bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Im europäischen Vergleich habe Deutschland großen Nachholbedarf. Das stellte die Unesco zum Welttag der Menschen mit Behinderungen am Montag fest. Nur 20 Prozent der Schüler mit besonderem Förderbedarf lernten an einer Regelschule. 

Inklusion bei der Bildung sei aber machbar. Das zeigten die vier Beispielregionen Aachen, Wiesbaden, Hamburg und Oberspreewald-Lausitz, die sich ein Jahr lang von einem Expertenkreis beraten ließen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland seit 2009 zur Umsetzung „Inklusiver Bildung“.

Firmen kaufen sich von Schwerbehinderten frei

Statt Schwerbehinderte zu beschäftigen, zahlen viele Firmen weiterhin lieber eine Abgabe. So befreiten sich auf diese Weise 61 Prozent der beschäftigungspflichtigen deutschen Arbeitgeber von der Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte, geht aus einer am Montag „Spiegel online“ vorliegenden Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor.

In fast einem Drittel der Betriebe gab es danach entweder gar keine oder nur weniger als ein Prozent schwerbehinderte Beschäftigte. „Zu viele Unternehmen gehen immer noch davon aus, dass Behinderte weniger leisten können als andere“, sagte DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy dem Internet-Portal.

Hierzulande müssen Unternehmen mit 20 Beschäftigten und mehr fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Geschieht dies nicht, wird eine Ausgleichsabgabe von bis zu 290 Euro pro Monat für jede nicht besetzte Pflichtstelle fällig.

Aus der DGB-Studie geht hervor, dass Schwerbehinderte die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt sind. Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent auf 2,97 Millionen zurückging, stieg sie bei Schwerbehinderten im Jahresschnitt um fast drei Prozent auf gut 180 000. Zuletzt entspannte sich die Situation leicht: Im Oktober 2012 waren 173 000 Schwerbehinderte arbeitslos, darunter meist Ältere.

dpa

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