Historisches Ergebnis

Deutschstämmiger wird Präsident in Rumänien

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Klaus Iohannis

Bukarest - Überraschung in Rumänien: Zum ersten Mal hat mit dem Siebenbürger Sachsen Iohannis ein Vertreter einer ethnischen Minderheit eine Wahl für das Präsidentenamt gewonnen. Es ist ein historisches Ergebnis.

Der deutschstämmige Klaus Iohannis hat laut Hochrechnungen die Präsidentenwahl in Rumänien gewonnen. Der bürgerliche Politiker kam auf 54,81 Prozent der Stimmen und besiegte damit seinen sozialistischen Rivalen, den Ministerpräsidenten Victor Ponta. Das erklärte das zentrale Wahlbüro am frühen Montagmorgen nach Auszählung der Stimmzettel in 76,53 Prozent der Wahllokale. Rumänien bekommt hiermit erstmals einen gewähltes Staatsoberhaupt, das einer nationalen Minderheit angehört.

Ponta räumte seine Niederlage ein und gratulierte Iohannis. „Das Volk hat immer Recht“, sagte er. Der Sieger feierte am Bukarester Universitätsplatz mit einem Bad in der Menge tausender jubelnder Anhänger. „Wir haben gesiegt, wir haben unser Land zurückgewonnen“ postete Iohannis auf seiner Facebook-Seite. Mit seiner erfolgreichen Arbeit als Bürgermeister im siebenbürgischen Sibiu (Hermannstadt) hatte er für sich geworben.

Nach Schließung der Wahllokale hatten tausende Demonstranten in der Hauptstadt Bukarest Pontas Rücktritt vor dessen Regierungssitz gefordert. Zu ähnlichen Kundgebungen kam es in weiteren Städten. Ponta lehnte einen Rücktritt als Regierungschef ab.

In Umfragen vor der Wahl am Sonntag sah Ponta noch wie der sichere Sieger aus. Die Stichwahl zwischen Ponta und Iohannis war notwendig geworden, nachdem im ersten Wahlgang keiner der insgesamt 14 Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht hatte. Ponta lag damals bei gut 40 Prozent und damit etwa 10 Prozentpunkte vor Iohannis.

Zu Iohannis' Sieg dürfte die hohe Mobilisierung der Wähler beigetragen haben. Die Wahlbeteiligung lag mit 62,04 Prozent um zehn Prozentpunkte höher als im ersten Wahlgang. Zudem gingen dreimal mehr Auslandsrumänen als in der ersten Runde zu den Urnen: insgesamt 476 000, nach vorläufigen Angaben des Wahlbüros. Motiviert hatte sie wohl auch die Tatsache, dass in der ersten Wahlrunde Tausende von ihnen ihre Stimme nicht abgeben konnten, weil die Konsulate den Ansturm nicht bewältigten. Auslandsrumänen wählen traditionell nicht links.

Daher warfen Iohannis' Anhänger der Regierung vor, den Urnengang dieser Wählergruppe absichtlich erschweren zu wollen. Die letzte Präsidentenwahl 2009 hatten die Auslandsrumänen mit einem Stimmenunterschied von nur 70 000 gegen den damaligen linken Kandidaten entschieden. Insgesamt gab es 294 Wahllokale im Ausland, darunter fünf in Deutschland.

dpa

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