Eon-Chef warnt vor schnellem Atomausstieg 

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Eon-Chef Johannes Teyssen warnt vor einem schnellen Atomausstieg.

Berlin - Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Stromkonzerns Eon, Johannes Teyssen, hat die Ethikkommission vor Risiken bei einem vorschnellen Atomausstieg gewarnt.

“Eine zu kurze Brücke ist eine sinnlose Brücke“, sagte Teyssen am Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung des von der Regierung eingesetzten “Rates der Weisen“.

Bis zum 28. Mai will das 17-köpfige Gremium auch unter Berücksichtigung der Expertenaussagen einen Bericht vorlegen. Dieser soll der Regierung bei ihrer für Mitte Juni geplanten Entscheidung helfen, wie viele Atomkraftwerke in Deutschland nach der Katastrophe von Fukushima dauerhaft vom Netz gehen sollen und bis wann der letzte der 17 deutschen Meiler abgeschaltet wird.

Nur mit Hilfe der Brücke Kernenergie könnten der Bau vieler neuer Gas- und Kohlekraftwerke verhindert und die deutschen Klimaziele erreicht oder sogar erhöht werden, betonte Teyssen. Und nur mit der Kernenergie könne der Import von fossilem- und von Atomstrom verhindert werden.

Die Mitglieder der Ethikkommission

Die Mitglieder der Ethikkommission

“Diese Vorteile muss man im Auge behalten, bevor man sie leichtfertig beiseite schiebt“, betonte Teyysen. Die Brücke könne nicht beliebig kürzer und schmaler gemacht werden, “weil das Tal, das sie überbrücken soll, nicht beliebig verkleinert werden kann“.

Ein ethisches Dilemma entstehe dadurch, dass auch alle Alternativen zur Kernenergie große Nachteile aufweisen. “Mir hat noch keiner einen Königsweg der Energieversorgung Deutschlands auf Dekaden ohne ethische Risiken und Nachteile aufgezeigt“, sagte Teyssen.

Der Eon-Chef betonte, jede Energietechnik müsse sich folgende Fragen stellen lassen: Welche unmittelbaren Gefahren sind mit der Nutzung verbunden? Welche langfristigen Auswirkungen hat die Nutzung auf die Gesellschaft? Was leistet die Technik für die sicherer und jeder Zeit verlässliche Versorgung? Was trägt sie zum Wohlstand bei? Und wie trägt die Technik dazu bei, internationale Verpflichtungen zu erfüllen?

dpa

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