Jugendlicher festgenommen

Frankreich: Mutmaßlicher Extremist (15) in Haft

Paris - Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne hat die französische Justiz gegen einen am Mittwoch festgenommenen Jugendlichen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Dem 15-Jährigen werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben vorgeworfen, verlautete am Freitagabend aus Pariser Ermittlerkreisen. Der Schüler sei in Untersuchungshaft genommen worden.

Der 15-Jährige war am Mittwoch in Paris festgenommen worden. Er habe sich "für eine Terrortat angeboten", hieß es. Ebenso wie zwei weitere diese Woche festgenommene Gleichaltrige soll er in Kontakt mit dem bekannten französischen Dschihadisten Rachid Kassim gestanden haben. Während die anderen beiden Jugendlichen polizeibekannt waren, war der am Mittwoch festgenommene Gymnasiast den Sicherheitsbehörden bislang nicht aufgefallen.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, der Jugendliche habe im Verhör zugegeben, über die verschlüsselte Nachrichten-App Telegram in Kontakt mit Kassim gestanden zu haben. Die Auswertung seines Mobiltelefons ergab demnach, dass er bereit war, einen Anschlag zu verüben.

Die französischen Ermittlungsbehörden bringen den Dschihadisten Kassim, der sich vermutlich in Syrien aufhält, mit zwei islamistischen Anschläge in Frankreich in Verbindung: mit der Ermordung eines Polizisten und seiner Lebensgefährtin am 13. Juni in der Gemeinde Magnanville bei Paris und mit der Ermordung eines Priesters am 26. Juli in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen. Er soll zu den Taten angestiftet oder sogar konkrete Anweisungen gegeben haben.

Der 29-Jährige, der in sozialen Netzwerken Propaganda für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) betreibt, soll außerdem Kontakt mit den drei mutmaßlichen Islamistinnen gehabt haben, die vergangene Woche nach dem Fund eines mit Gasflaschen beladenen Autos festgenommen worden waren.

Frankreich ist seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen worden. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten gilt im Land der Ausnahmezustand. Die Regierung warnt vor einer anhaltend hohen Terrorgefahr.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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