17. EU-Land: Estland führt den Euro ein

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Estland führt als 17. EU-Land den Euro ein

Tallinn - Die Freude ist groß im kleinen Estland. Das baltische Land, in Europa mit dem Ruf eines Musterknabes der Wirtschaftspolitik, hat um Mitternacht den Euro eingeführt.

Estland hat als 17. Land den Euro eingeführt - mitten in der europäischen Schuldenkrise. Estland ist das dritte unter den neuen ost- und zentraleuropäischen Mitgliedern der Europäischen Union, das die Gemeinschaftswährung übernimmt. Zuvor hatten Slowenien und die Slowakei dieses Ziel erreicht. Die Währungsumstellung verlief ohne Schwierigkeiten, wie die Zentralbank am Samstag in der Hauptstadt Tallinn mitteilte.

Kurz nach Mitternacht hob Ministerpräsident Andrus Ansip erstmals Euro-Banknoten an einem Geldautomaten ab. Umgeben von Journalisten zog er 20 Euro. “Dies ist eine kleine Summe für die Eurozone, aber ein großer Schritt für Estland“, sagte Ansip. Die Euro-Einführung bestätige den Status Estlands als europäische Nation.

Estland erfüllt im Gegensatz zu seinen Nachbarn Lettland und Litauen die Beitrittsbedingungen mit einem annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt und geringen öffentlichen Schulden. In seiner Neujahrsansprache zollte Präsident Toomas Hendrik Ilves seinen Bürgern daher Anerkennung, selbst in der Schuldenkrise Europas die Bedingungen zu erfüllen.

Ungeachtet der Turbulenzen an den Märkten für Staatsanleihen der hoch verschuldeten Euro-Staaten warb Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Gemeinschaftswährung. “Der Euro ist ja weit mehr als eine Währung“, sagte sie in ihrer Neujahrsansprache. Der Euro sei die Grundlage für den Wohlstand im Land, betonte die CDU-Vorsitzende, die sich ausdrücklich zur europäischen Idee bekannte. “Das vereinte Europa ist der Garant für unseren Frieden und Freiheit.“

EU-Währungskommissar Olli Rehn nannte den Euro-Beitritt Estlands schon am Freitag eine “gerechte Belohnung für ein Land, das sich einer soliden Haushaltspolitik verschrieben hat“. Der Euro werde der estnischen Wirtschaft Stabilität und Wohlstand geben. Direkt nach der Umstellung berichteten Händler von Störungen in Registrierkassen. Die estnische Krone soll bis Mitte Januar parallel in den Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

dpa

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