Klarstellung nach Zeitungsbericht

Europol: Suche nach Terroristen in Flüchtlingslagern nichts Neues 

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Ein Flüchtling sitzt vor seinem Zelt am verlassenen Flugplatz Hellenikon in Athen.

Athen/Den Haag - Die EU-Polizeibehörde Europol berät Griechenland bei Kontrollen von Flüchtlingen, nimmt jedoch selbst keine Kontrollen vor. Dies stellte Europol nach einem griechischen Zeitungsbericht klar.

Die EU-Polizeibehörde Europol unterstützt die griechische Polizei schon seit langem bei der Suche nach möglichen Terroristen in griechischen Flüchtlingslagern. Gemeinsame Kontrollen von griechischen Polizisten und Europol-Agenten gebe es in den Lagern aber weder jetzt noch in Zukunft, sagte ein Europol-Sprecher am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Den Haag.

Er reagierte damit auf einen Bericht der Athener Zeitung „Kathimerini“ (Sonntagausgabe). Das Blatt hatte unter Berufung auf die griechischen Sicherheitsbehörden berichtet, Europol plane von Ende August an detaillierte gemeinsame Kontrollen mit griechischen Stellen, um mögliche aus Syrien oder dem Irak stammende Terroristen ausfindig zu machen.

„Unsere Rolle ist es, die Mitgliedstaaten zu unterstützen, wir nehmen dort selbst keine polizeilichen Aufgaben wahr“, sagte der Europol-Sprecher. Er bestätigte, dass derzeit geplant sei, etwa 200 Polizisten aus verschiedenen Europol-Staaten auszubilden, damit diese anschließend griechische Polizisten beraten könnten. Dies sei Teil eines bereits seit Anfang 2015 bestehenden Programms, mit dem Europol der griechischen Polizei zur Seite stehe. Auch derzeit gebe es eine Reihe von Europol-Polizisten in Griechenland: „Sie unterstützen die griechischen Kollegen. Sie sind nicht damit beschäftigt, irgendwelche Kontrollen vorzunehmen.“

Aufgabe der Berater sei es vor allem, die Daten der griechischen Polizisten in die Datenbanken der EU-Polizeiorganisation Europol einzubringen. Außerdem würden bestimmte Daten auch in nationale Datenbanken anderer Europol-Mitglieder eingespeist. „Unser Ziel ist es, so genau wie möglich zu festzustellen, ob die beispielsweise von Flüchtlingen gemachten Angaben zutreffend sind.“ Es gebe in Griechenland, aber auch in Italien zudem eine enge Zusammenarbeit mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Die österreichischen Behörden hatte im vergangenen Jahr zwei mutmaßliche IS-Terroristen inhaftiert, die zur Gruppe der Paris-Attentäter gehören sollen. Die beiden Verdächtigen sollen mit gefälschten syrischen Pässen über Griechenland und die Balkanroute in die Alpenrepublik eingereist sein. Sie können nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Linz an Frankreich ausgeliefert werden.

dpa

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