"Mehr miteinander als nebeneinander"

Ex-Bundespräsident: Dialog mit dem Islam wichtig

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Ex-Bundespräsident Christian Wulff (links) beim Interreligiösen Treffen in Hannover.

Hannover - Der Islam gehört zu Deutschland - dieser Satz prägte die Amtszeit von Ex-Bundespräsident Wulff. Bei einem seiner ersten Schritte zurück in die Öffentlichkeit wirbt er für gegenseitiges Interesse der Religionen.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat bei einem seiner ersten Auftritte seit seinem Freispruch für einen verstärkten Dialog mit dem Islam geworben. „Ich glaube einfach, es muss viel mehr Interesse füreinander geben“, sagte Wulff am Donnerstagabend bei einem Treffen anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan in Hannover. „Wir müssen mehr miteinander als nebeneinander reden.“ Der Dialog der Weltreligionen sei wichtig für den Weltfrieden. Es gelte das, was eint, zu betonen, und nicht das, was trennt.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft mit Spielern unterschiedlicher Herkunft bezeichnete Wulff als Vorbild erfolgreicher Integration. „Man kann Erfolg haben, wenn man unabhängig von der Herkunft gemeinsam für ein Ziel eintritt“, meinte Wulff. „Das wünsche ich mir insgesamt für unser Land.“

Wulff warnte vor Vorurteilen gegenüber dem Islam. „Es gibt nicht die Muslime und den Islam“, sagte er. „Ich meine, es hilft nur, sich zuzuhören und sich ein stimmiges Bild zu machen.“ Neben gegenseitiger Toleranz forderte der Ex-Bundespräsident allerdings auch ein Bekenntnis aller zum Grundgesetz.

Der Islam war das prägende Thema von Wulffs Amtszeit als Bundespräsident. Mit seiner Äußerung, der Islam gehöre mittlerweile auch zu Deutschland, hatte Wulff eine heftige Debatte ausgelöst und sich viel Respekt unter Muslimen verschafft. Wulff war im Februar 2012 wegen der Affäre um die angebliche Annahme von Vorteilen in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident zurückgetreten. Das Landgericht Hannover sprach ihn Ende Februar von allen Vorwürfen frei.

dpa

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