Ex-Innenminister wegen Tod von Demonstranten angeklagt

Kairo - Der ehemalige ägyptische Innenminister Habib al-Adli ist nun auch wegen Behilfe zum Mord an Demonstranten angeklagt. Al-Adli, ein enger Vertrauter Mubaraks und seit 1997 Innenminister, war bislang wegen Korruption angeklagt.

Die Oberstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Sicherheitskräften während der Massenproteste gegen Präsident Husni Mubarak den Schießbefehl erteilt und damit unverhältnismäßige Gewaltanwendung angeordnet zu haben, berichteten Zeitungen in Kairo am Donnerstag. Während der 18-tägigen Demonstrationen, die am 11. Februar den Rücktritt Mubaraks erzwungen hatten, hatten die Bereitschaftspolizei und bewaffnete Schlägertrupps des Regimes nach offiziellen Angaben 365 Menschen getötet. Menschenrechtsorganisationen sprechen sogar von 684 Toten.

Mubarak-Rücktritt: Bilder von den Jubelfeiern in Kairo

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Al-Adli, ein enger Vertrauter Mubaraks und seit 1997 Innenminister, war bislang nur wegen Geldwäsche und Korruption angeklagt. Das Gerichtsverfahren gegen ihn begann am 5. März und wurde nach dem ersten Verhandlungstag auf den 2. April vertagt. Mubarak hatte Al-Adli am 31. Januar, auf dem Höhepunkt der Gewalt gegen die unbewaffneten Demonstranten, im Rahmen einer Regierungsumbildung fallen lassen.

Auch gegen führende Polizeioffiziere wurden inzwischen im ganzen Land Anklagen wegen des tödlichen Vorgehens gegen die Demonstranten erhoben. Als Herr über die Polizei und den inzwischen aufgelösten Inlandsgeheimdienst SSIS trug Al-Adli nach Ansicht von Bürgerrechtlern entscheidende Verantwortung für die Unterdrückung der politischen Opposition. Auch die Bespitzelung und Kriminalisierung von Regimekritikern, die Folterung und Misshandlung von Häftlingen und die Fälschung von Wahlen werden ihm vorgeworfen.

dpa

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