"In is in, out is out"

Schäuble: Bereiten uns auf Gefahren eines Brexit vor

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Der mögliche Brexit bereitet ihm Sorgen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Berlin - Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) befürchtet im Falle des Brexits negative wirtschaftliche und politische Folgen für Deutschland und die Europäische Union.

Die Briten könnten unter den ökonomischen Konsequenzen eines Brexit leiden, da Großbritannien wirtschaftlich eng mit den Partnerstaaten verflochten sei, sagte Schäuble dem "Spiegel".

"Da wäre es doch ein Wunder, wenn ein Ausscheiden Großbritanniens ohne ökonomische Nachteile bliebe." Schäuble schloss zudem aus, dass das Vereinigte Königreich nach einem Brexit weiter die Vorzüge des europäischen Binnenmarkts genießen könne. "Dazu müsste sich das Land an die Regeln eines Clubs halten, aus dem es gerade austreten will", sagte Schäuble. Ein Brexit sei eine Entscheidung gegen den Binnenmarkt. "In is in, out is out", stellte der CDU-Politiker klar.

Auch an den anderen europäischen Ländern dürfte ein EU-Austritt der Briten nach Einschätzung des Bundesfinanzministers nicht ohne Auswirkungen vorübergehen. "Aber meine Amtskollegen in der Eurozone und ich werden alles tun, um diese Folgen zu begrenzen", sagte Schäuble. "Wir bereiten uns auf alle möglichen Szenarien vor, um die Gefahren einzudämmen."

"Europa wird zur Not auch ohne Großbritannien funktionieren"

Der als überzeugter Europäer geltende Schäuble hält im Falle eines Brexit auch einen Dominoeffekt für denkbar. Der Austritt weiterer Staaten aus der EU sei nicht auszuschließen: "Wie würden zum Beispiel die Niederlande reagieren, die traditionell sehr stark mit Großbritannien verbunden sind?" Bleibe es aber nur beim Ausstieg Großbritanniens, fürchtet Schäuble nicht um den Bestand der EU. "Europa wird zur Not auch ohne Großbritannien funktionieren."

Verabschieden sich die Briten aus der EU, kann die europäische Staatengemeinschaft nach Einschätzung des Finanzministers den Weg einer weiteren Vertiefung nicht weitergehen. "Wir könnten als Antwort auf einen Brexit nicht einfach mehr Integration fordern", sagte Schäuble und warnte: "Das wäre plump, viele würden zu Recht fragen, ob wir Politiker noch immer nicht verstanden haben." Auch wenn die Briten mit knapper Mehrheit gegen den Brexit stimmten, "müssen wir das als Mahnung und Weckruf verstehen, nicht einfach so wie bisher weiterzumachen".

AFP

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