Rücktritt

Finanzminister von Zypern legt Amt nieder

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Michalis Sarris ist als Finanzminister zurückgetreten.

Nikosia - Zyperns Präsident lässt ermitteln, wie die Krise des Landes so schlimm werden konnte. Die erste Folge der Untersuchung: Der Finanzminister tritt ab.

Mitten in Zyperns dramatischer Krise ist Finanzminister Michalis Sarris am Dienstag überraschend zurückgetreten. Hintergrund sind Ermittlungen zu den Ursachen, die den kleinen Inselstaat im Mittelmeer an den Rand des Kollapses geführt haben. Mit seinem Rücktritt wolle er die Untersuchung erleichtern, sagte Sarris.

Sarris hatte im vergangenen Jahr zeitweise die Laiki-Bank geführt, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Doch das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes ist so schwer ins Trudeln geraten, dass es geschlossen wird. Zum Finanzminister wurde der 66-Jährige erst nach dem Wahlsieg der Konservativen von Präsident Nikos Anastasiades im Februar ernannt.

Anastasiades hatte am Dienstag ein Komitee mit drei früheren Verfassungsrichtern ernannt, um zu untersuchen, warum Zypern bis an den Rand der Pleite schlitterte und von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds gerettet werden musste. Der Präsident betonte, die Menschen, die unter den „Taten und Unterlassungen“ ihrer Regierung litten, wollten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen sehen.

Er rief die Richter auf, zu Beginn ihrer Untersuchung die geschäftlichen Transaktionen seiner Familie zu überprüfen. Sarris' Rücktritt nahm er mit den Worten an, dies sei ein Beispiel für “die neue Mentalität im zyprischen politischen Leben“. Nachfolger wird der frühere Arbeitsminister Harris Georgiades.

Sarris war wegen der Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern stark in die Kritik geraten. Zwar erhält Zypern von seinen europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds zehn Milliarden Euro Hilfskredite und wird so von der Pleite gerettet. Doch muss es einen Eigenanteil von knapp sechs Milliarden Euro erbringen und dafür den übergroßen Bankensektor stutzen und auf große Bankguthaben zugreifen.

Bei Guthaben von mehr als 100 000 Euro sollen bei der Bank of Cyprus bis zu 60 Prozent und bei der Laiki-Bank sogar bis zu 80 Prozent verloren gehen, wie am Wochenende bekannt wurde.

AP

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