Gabriel sieht deutliches Signal

Ude: "Für die SPD geht es wieder aufwärts"

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Christian Ude war enttäuscht vom Ergebnis, sieht aber die SPD im Aufwärtstrend.

München/Berlin - Obwohl die CSU sehr wahrscheinlich die Alleinregierung in Bayern hat, sieht SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold auch positive Aspekte für seine Partei.

Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sieht im bayerischen Wahlergebnis auch positive Aspekte für seine Partei. Die SPD habe zum ersten Mal seit 1994 zulegen können, und sie habe als einzige Oppositionspartei zulegen können. Das sei Rückenwind für die Bundestagswahl. Aber die absolute Mehrheit für die CSU sei eine klare Sache: „Da beißt die Maus kein' Faden ab - das ist ein Erfolg für die CSU“, sagte Pronold am Sonntag im ZDF.

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„Ich bin nicht zufrieden“, sagte er am Sonntagabend in der ARD. Erfreulich sei allerdings der Zuwachs an Stimmen und Sitzen im Vergleich zur Landtagswahl 2008. Außerdem sei die schwarz-gelbe Koalition abgewählt worden - dies sei bedeutsam für den Blick auf die Bundestagswahl am nächsten Sonntag. Insofern habe er „ein weinendes und ein lachendes Auge“, sagte Pronold.

Jubel und Tränen: Die Landtagswahl in Bildern

Jubel und Tränen: Landtagswahl Bayern in Bildern

Der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude sieht in dem Ergebnis der Landtagswahl in Bayern eine „Trendwende“ für die Sozialdemokraten. Die CSU habe zwar die Wahl gewonnen, aber für die SPD gelte: „Es geht wieder aufwärts“, sagte Ude am Sonntagabend in München. Zum ersten Mal seit längerer Zeit habe die SPD in Bayern wieder Stimmen hinzugewonnen. Dies sei „Anlass zur Freude“.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht im bayerischen Wahlergebnis ein deutliches Signal der Wähler an die FDP. „Sie haben die Parolen, die Wahllügen der FDP durchschaut und sie aus dem bayerischen Landtag geworfen“, sagte Gabriel am Sonntagabend in Berlin. An die Adresse des FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler sagte Gabriel, dessen Warnungen vor einer rot-rot-grünen Regierung seien grundlos. „Wir werden deshalb mit der Linkspartei keine Bundesregierung bilden und uns deshalb auch nicht tolerieren lassen, weil das eine in sich gespaltene Partei ist. Und die deutsche Sozialdemokratie ist in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden. Diese Partei hat noch nie Vabanque mit ihrem eigenen Land gespielt.“

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SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat das Abschneiden der Bayern-SPD bei der Landtagswahl trotz des klaren Verfehlen eines Regierungswechsels als "gutes Ergebnis" bezeichnet. Die SPD habe als einzige der Oppositionsparteien dazugewonnen, sagte Nahles am Sonntagabend. Zu dem Ausscheiden der FDP aus dem Landesparlament sagte Nahles: "Das Modell Schwarz-Gelb scheint nicht mehr das Vertrauen der Bürger zu haben."

Mit Blick auf die Bundestagswahl in einer Woche zeigte sich Nahles zuversichtlich, dass SPD und Grüne in den letzten Tagen noch zulegen könnten. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude verbesserte sich in Bayern von 18,6 Prozent im Jahr 2008 den Prognosen von ARD und ZDF zufolge auf 20,5 bis 21 Prozent.

Grünen-Chefin Claudia Roth zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis in Bayern. Es habe "nur ganz wenig Wechselstimmung" im Freistaat gegeben. Ihre Partei wolle in den letzten Tagen bis zur Bundestagswahl ihre Kernthemen wie die Energiewende noch einmal deutlich machen. Die Grünen verschlechterten sich nach 9,4 Prozent im Jahr 2008 den Prognosen zufolge um etwa einen Prozentpunkt.

AFP/dpa

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