Catania

Flüchtlingsunglück mit 800 Toten: 18 Jahre Haft für Kapitän gefordert

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Steht als Kapitän des Flüchtlingsunglücks im Mittelmeer mit 800 Toten im April 2015 vor Gericht: Mohammed A. M. (l.)

Rom - Es war die bisher wahrscheinlich schlimmste Flüchtlingstragödie im Mittelmeer - für die der mutmaßliche Kapitän jetzt fast 20 Jahre Haft verbüßen soll.

Ein Jahr nach der bisher wahrscheinlich schlimmsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer mit 800 Toten hat die Staatsanwaltschaft auf Sizilien für den mutmaßlichen Kapitän des Unglücksschiffs eine Haftstrafe von 18 Jahren gefordert. Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen 27-jährigen Mann aus Tunesien, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag. Die Behörden in Catania werfen ihm vielfache fahrlässige Tötung, Verursachen eines Schiffsuntergangs und Beihilfe zur illegalen Migration vor. Für einen weiteren mutmaßlichen Schlepper, einen 25-jährigen Syrer, seien sechs Jahre Haft beantragt worden.

Beide Männer haben bisher jede Schuld bestritten und betont, sie seien einfache Passagiere auf dem Schiff gewesen. Sie waren kurz nach dem Unglück, das sich am 18. April 2015 vor der libyschen Küste ereignet hatte, festgenommen worden. Nur 28 Menschen überlebten die Tragödie. Derzeit versucht die italienische Marine, das in einer Tiefe von 360 Metern liegende Wrack zu bergen.

dpa

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