CSU gegen Vorstoß zu stärkerer Zuwanderung

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“Der deutsche Arbeitsmarkt hat kein Zuzugsdefizit, sondern ein Qualifizierungsdefizit“, meint CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.

München - Die CSU macht Front gegen die Rufe der deutschen Wirtschaft nach mehr Zuwanderung von Fachkräften.

Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kritisierten am Mittwoch die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass jedes Jahr in Deutschland 500 000 Zuwanderer gebraucht würden. “Der deutsche Arbeitsmarkt hat kein Zuzugsdefizit, sondern ein Qualifizierungsdefizit“, sagte Dobrindt dazu. Innenminister Herrmann nannte die Forderung “abwegig“.

Die CSU plädiert dafür, erst einmal die einheimischen Arbeitslosen besser auszubilden: “Bei immer noch drei Millionen Jobsuchenden brauchen wir eine Qualifizierungsoffensive und keine Zuwanderungsoffensive“, sagte Dobrindt. “Wir werden jetzt nicht die Schleusentore hochziehen und eine neue Gastarbeiterwelle auf unser Land rollen lassen.“.“

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Herrmann warnte, eine derart massive Zuwanderung würde die Integrationsfähigkeit Deutschlands völlig überfordern. “Die gegenwärtige Diskussion um die Integrationspolitik zeigt doch deutlich, dass wir in Deutschland schon mit den bereits hier lebenden Migranten viele ungelöste Probleme haben. Vor diesem Hintergrund einer weiteren massenhaften Zuwanderung das Wort zu reden, ist abwegig.“

Der Innenminister sagte weiter: “Deutschland kann nicht mit einem Betrieb verglichen werden, der je nach Auftragslage mal eben ein paar tausend Menschen einstellt. Dieses Missverständnis der vergangenen Jahre dürfen wir nicht wiederholen. Wir haben keinen Bedarf an massenhafter weiterer Zuwanderung.“

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft geht jedoch davon aus, dass bis 2015 bereits eine halbe Million Fachkräfte in Bayern fehlen werden, weil die Geburtenrate in Deutschland zu niedrig ist.

dpa

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