Genscher: Afghanistan-Einsatz ein "Lehrstück"

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Hans-Dietrich Genscher

Berlin - Der langjährige Außenminister Hans-Dietrich Genscher hat den deutschen Afghanistan-Einsatz als “Lehrstück“ bezeichnet - dafür, wie eine solche Mission nicht angegangen werden sollte.

Zu Beginn des Bundeswehr-Einsatzes sei dessen Ziel nicht definiert worden, sagte der 83-jährige FDP-Politiker dem Deutschlandfunk. Viel zu lange sei nicht gesagt worden, dass dort Soldaten im Krieg stünden. Zudem habe die Bundeswehr von Anfang an nicht die bestmögliche Ausbildung, Ausrüstung und Bewaffnung für diesen Einsatz gehabt. Es könne nicht sein, dass der Einsatz politisch beschlossen werde, aber Bewaffnung und Ausrüstung nach Kassenlage erfolgten, sagte Gescher, der von 1974 bis 1992 Bundesaußenminister war.

Die Hauptaufgabe deutscher Außenpolitik besteht nach Genschers Ansicht darin, eine treibende Kraft in Europa zu bleiben und der zunehmenden Europaskepsis entgegenzuwirken. “Unser Schicksal und unsere Zukunft heißt Europa“, sagte Genscher. “Wir haben keine andere Zukunft, aber wir könnten ein ziemlich schlimmes Schicksal haben, wenn die Erfolgsgeschichte Europa nicht fortgesetzt würde.“

dpa

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