SPD und Grüne gegen Veteranentag

Berlin - Der Vorschlag eines Veteranentages für die Bundeswehr-Soldaten stößt in der SPD auf Ablehnung. Auch die Grünen sind dagegen.

“Das wäre bei uns eher künstlich aufgesetzt“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Eine verbesserte gesellschaftliche Anerkennung der Veteranen könne die Politik nicht von oben herab erzwingen.

Als völlig verfehlt bezeichnete Arnold die vorgeschlagene Kopplung an den Volkstrauertag. Dieser Gedenktag greife zurück auf einen Teil der deutschen Geschichte, mit dem die Bundeswehr nichts zu tun habe. Am Volkstrauertag wird in Deutschland alljährlich der Toten beider Weltkriege und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Ein Attraktivitätsprogramm für die Bundeswehr wäre aus Arnolds Sicht wichtiger als derartige “Symbolpolitik“. Wenn Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) den deutschen Soldaten etwas Gutes tun wolle, dann müsse er zudem dafür sorgen, dass im Dienst verletzte Soldaten “nicht jahrelang um ihre sozialen Ansprüche kämpfen müssen“.

Grünen-Politiker gegen Veteranentag "par ordre du mufti"

Der Verteidigungsexperte der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, lehnt einen von oben angeordneten Veteranentag ebenfalls ab. “Man kann einen Veteranentag nicht 'par ordre du mufti' einführen“, sagte Nouripour am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Einen solchen Tag müssten die betroffenen Verbände organisieren. “Das muss von unten kommen“, betonte der verteidigungspolitische Sprecher.

Der Grünen-Politiker reagierte damit auf einen Vorstoß von Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Der CDU-Politiker will, ähnlich wie in anderen NATO-Staaten schon üblich, künftig auch in Deutschland einen Veteranentag begehen.

dpa/dapd

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