Grünen-Fraktionschef Mütze hört auf

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Thomas Mütze hört auf: "Das war nicht gut genug und ist nicht gut genug für das, was auf uns zukommt“

München - Die Landtags-Grünen brauchen einen neuen Chef. Nach nur sieben Monaten wirft Fraktionschef Thomas Mütze hin. Ein erfahrener Neuling und ein alter Wilder ringen um die Nachfolge.

Sein Blick fixiert die Tischplatte, die Worte kommen stockend. „Dieses Politikmachen in der ersten Reihe“, sagt Thomas Mütze, „ist nicht meine Sache.“ Zu viel Druck, zu viel Präsenz in München, zu wenig Präsenz in der Heimat Aschaffenburg, viel zu wenig Zeit für die halbwüchsigen Söhne: „Notbremse“, sagt er knapp.

Zur Halbzeit-Wahl der Fraktionsspitze tritt der 44-Jährige überraschend nicht mehr an, bestätigt er nun. Mütze war im Sommer kurz vor dem Krebstod von Sepp Daxenberger in die Doppelspitze mit Margarete Bause eingezogen. „Ich habe mich in die Pflicht nehmen lassen“, sagt der Unterfranke.

Seine Entpflichtung nun hängt, so berichten viele Parteifreunde, nicht mit einem Krach in der Fraktionsführung zusammen. Mütze hatte den Abgeordneten insbesondere in der Haushaltspolitik mit seinem Bekenntnis zu einem Sparkurs, dem eigenen Etat-Entwurf und Kritik an Arbeitszeitverkürzungen der Beamten viel abverlangt. Es gebe aber keinerlei atmosphärische Störung, heißt es übereinstimmend. Den Ausschlag habe eine familiäre Belastung gegeben, sagen Vertraute. Die Fraktion quittierte Mützes Verzichts-Ankündigung, die er intern schon um die Weihnachtszeit andeutete, erstaunt mit Stille.

Um die Nachfolge bewerben sich in einer Kampfabstimmung der erfahrene Wirtschaftspolitiker Martin Runge (52) und Fraktionsneuling Thomas Gehring (52), ein Bildungspolitiker. „Das Rennen ist offen“, sagt Bause. Gehring, der früher im baden-württembergischen Landtag arbeitete, hat den Vorteil, aus dem Allgäu zu stammen – die bayerische Grünen-Führung würde sich mit dem Fürstenfeldbrucker Runge sonst nur um München ballen.

Runge aber machte sich im Landtag als investigativer, mitunter quälend-quengeliger Oppositionspolitiker einen Namen. In den Ministerien sind seine fingerdicken schriftlichen Anfragen zu den Themen Wirtschaft und Verkehr gefürchtet, in der Fraktion seine mitunter aufbrausende Art. „Ich bin nicht der große Diplomat“, sagt Runge über sich. Er wirbt aber mit seiner thematischen Breite um Unterstützung. Runge war schon einmal angetreten, verlor damals aber mit 6:8 gegen Sepp Dürr. Der Germeringer will diesmal nicht kandidieren.

Mütze muss sich nun ein neues Fachgebiet suchen, womöglich demografischen Wandel. In seinen alten Bereich Haushaltspolitik kann er wohl nicht zurück.

Christian Deutschländer

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