Plagiatsvorwürfe gegen Minister zu Guttenberg

Guttenbergs Staatssekretär wittert "kommunistische" Kampagne

Bayreuth - Die Uni Bayreuth verlangt von Verteidigungsminister zu Guttenberg eine Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen. Sein Staatssekretär wittert unterdessen eine "kommunistische" Kampagne.

Uni-Präsident Rüdiger Bormann sagte am Mittwoch nach einer Sitzung der Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft: “Wir werden die an der Universität Bayreuth vorgesehenen formalen Verfahrensschritte nutzen.“ Die Universität werde Guttenberg zu einer schriftlichen Stellungnahme auffordern.

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Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt hat die Plagiatsvorwürfe gegen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg als “ungehörig“ zurückgewiesen. “Da steckt eine Kampagne dahinter“,sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der CSU-Politiker verwies darauf, dass der Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano, der die Vorwürfe erhoben hat, dem linken Spektrum zuzuordnen sei. Der Bremer Jurist sitzt im Kuratorium des “Instituts solidarische Moderne“, dem unter anderen die stellvertretende Linke-Chefin Katja Kipping und die hessische SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Ypsilanti angehören.

Schmidt sprach von der “kommunistischen Ypsilanti-Initiative“. Die Doktorarbeit Guttenbergs bezeichnete er als “sehr substanziell“. Fischer-Lescano hatte in der Doktorarbeit Guttenbergs Auszüge aus fremden Texten gefunden, die nicht als Zitat gekennzeichnet sind.

ARD: Guttenberg nutzte Bundestag für seine Dissertation

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios auch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages für seine Dissertation genutzt. Wie der Sender am Mittwochabend berichtete, soll Guttenberg als einfacher CSU-Abgeordneter die Abteilung des Parlamentes wie durchaus üblich für seine allgemeinpolitische Tätigkeit als Abgeordneter mit Fachfragen beauftragt haben. Die Expertisen, die er vom wissenschaftlichen Dienst bekam, seien aber später teilweise in seine Dissertation eingeflossen. Die Verwendung dieser Informationen habe Guttenberg jedoch stets kenntlich gemacht.

Der CSU-Politiker soll in seiner Dissertation einige Passagen wortwörtlich von anderen Autoren übernommen, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Der Minister wies die Vorwürfe als “abstrus“ zurück.

dpa/dapd

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