Guttenberg fordert Verständnis für Afghanistan-Einsatz

+
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat um mehr Verständnis für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geworben.

Masar-i-Scharif - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat um mehr Verständnis für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geworben. Man müsse die Realität des Einsatzes anerkennen.

Lesen Sie auch:

Kundus: Bundeswehr rüstet auf

Guttenberg: Truppenbesuch in Afghanistan

Die Realität vor Ort sei oftmals anders, als sie auch von der Politik in Deutschland wahrgenommen werde, sagte er am Mittwochabend vor mehreren hundert Soldaten im ISAF-Hauptquartier für Nordafghanistan in Masar-i-Scharif. Er sei nun bereits zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres nach Afghanistan gereist, weil man die Situation der deutschen Soldaten am Hindukusch “am wenigsten vom Schreibtisch in Berlin aus“ beurteilen könne. Man müsse noch mehr dafür tun, “um das Verständnis dafür zu wecken, was Sie hier tun“, rief der CSU-Politiker den Soldaten zu.

Bilder: Guttenberg besucht die Truppe

Truppenbesuch: Guttenberg in Afghanistan

Applaus erhielt er für seine Ankündigung, die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan zu verbessern. Dieser Schritt sei aber keine unmittelbare Reaktion auf das blutige Gefecht mit den radikalislamischen Taliban am Karfreitag, bei dem drei Bundeswehrsoldaten getötet wurden. Die Verbesserung der Ausrüstung sei vielmehr ein Prozess. Guttenberg will der Bundeswehr in Kundus so schnell wie möglich zwei Panzerhaubitzen 2000 zur Verfügung stellen. Das schwere Artilleriegeschütz hat eine Reichweite von 40 Kilometern und auch auf diese Entfernung eine Zielgenauigkeit von 20 bis 30 Metern. Zudem sollen der Afghanistan-Truppe TOW-Panzerabwehrraketen sowie zusätzliche “Marder“-Schützenpanzer zur Verfügung gestellt werden.

Guttenberg kritisierte erneut die Debatte in Deutschland über die Ausrüstung der Bundeswehr. “Manchmal wird unglaublich dummes Zeug erzählt“, sagte er. Vor allem der Vorschlag des designierten Bundestags-Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP), “Leopard 2“- Panzer nach Afghanistan zu schicken, hatte für Aufsehen und Ärger gesorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Vorstoß bereits als inkompetent bezeichnet. Der “Leopard 2“ wird von Regierung und Spitzenmilitärs für ungeeignet für das gebirgige Gebiet um Kundus gehalten.

Guttenberg besucht Soldaten in Feisabad

Am Donnerstag hat Guttenberg in Afghanistan erstmals die deutschen Soldaten im nordostafghanischen Feisabad getroffen. Deutschland unterhält dort ein zivil-militärisches Wiederaufbauteam (PRT), wo gut 400 Bundeswehr-Soldaten stationiert sind. 15 deutsche Polizisten kümmern sich außerdem um den Aufbau der afghanischen Polizei. Die Gegend um die Hauptstadt der Provinz Badachschan war eine Hochburg der Nordallianz, die gegen die radikal-islamischen Taliban kämpfte. Die Sicherheitslage dort ist deutlich besser als in der nordafghanischen Provinz Kundus.

dpa

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

München - 2017 steht in Deutschland eine Bundestagswahl an. Seit heute steht das Datum fest, an wann die deutschen Bürger den neuen Bundestag wählen.
Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

Kommentare