Hackerangriffe auf Website von Journalisten in China

Peking - Hacker haben die Website von Auslandskorrespondenten in China lahmgelegt. Noch ist unklar, wer hinter den Angriffen steckt. Ein Zusammenhang mit Google und dessen Rückzug ist wahrscheinlich.

Die Webseite des Auslandskorrespondentenclubs in China (FCCC) ist von Hackern lahmgelegt worden. Nach zweitägigen Angriffen musste die Vereinigung ihren Internetauftritt vom Netz nehmen. “Wir wissen nicht, wer hinter diesen Attacken steckt oder was ihre Motivation ist“, berichtete die Journalistenvereinigung am Freitag. Die “relativ bösartigen“ Angriffe stammten von Servern in China und den USA, doch könnten daraus keine Rückschlüsse auf die Hintermänner gezogen werden, hieß es.

Seit Anfang des Jahres sind Webseiten von Organisationen im Ausland, die von der Führung in Peking als kritisch oder feindlich eingestuft werden, verstärkt Angriffen von Hackern zum Opfer gefallen. So wurde vergangene Woche auch die Webseite der in Hongkong ansässigen chinesische Menschenrechtsgruppe Chinese Human Rights Defenders (CHRD) außer Betrieb gesetzt.

So schützen Sie sich im Internet

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Die Angriffe erfolgen mit einer “verteilten Dienstblockade“ (DDoS). Dabei wird ein Server gezielt mit so vielen Anfragen bombardiert, dass das System die Aufgaben nicht mehr bewältigen kann und zusammenbricht. Der Korrespondentenclub kam unter Beschuss, nachdem der FCCC am Mittwoch bestätigt hatte, dass sich Hacker unberechtigten Zugang zu den E-Mail-Konten von mehreren ausländischen Journalisten in China und Taiwan verschafft hätten.

Der Auslandskorrespondentenclub war bisher nicht Ziel von Angriffen. Der Club vertritt die Interessen ausländischer Korrespondenten und setzt sich für freie Berichterstattung aus China ein. Die Vereinigung ist wegen ihrer Kritik an den Beschränkungen der Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Journalisten in China wiederholt mit chinesischen Behörden aneinandergeraten.

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Die Zunahme solcher Attacken erfolgte vor dem Hintergrund der Kontroverse um raffinierte Hacker-Angriffe auf den amerikanischen Internetkonzern Google und dessen Entscheidung, sich der Zensur in China zu widersetzen. Am 22. März schloss Google seine chinesische Suchmaschine, um sich nicht mehr selber zensieren zu müssen.

Anfragen auf google.cn werden jetzt von China nach Hongkong umgeleitet, wo ungefilterte Ergebnisse angezeigt werden. Doch lassen sich Seiten mit politisch heiklen Inhalten wegen der bestehenden chinesischen Sperren unverändert nicht öffnen. Wer es von China aus versucht, bekommt nur eine technische Anzeige, dass sich die Seite “nicht öffnen“ lässt. Dadurch werden auch weitere Suchanfragen über den Browser vorübergehend blockiert.

Google verzeichnete seit der Schließung seiner chinesischen Suchmaschine und der Umleitung nach Hongkong mehrere Störungen seiner anderen Dienste durch die chinesische Brandmauer im Internet. So sind zum Beispiel seine mobilen Suchdienste auf Handys seit dieser Woche in China teilweise blockiert, wie der Konzern mitteilte. Der E-Mail-Dienst Gmail funktioniert weiter. Schon immer waren sein Videodienst YouTube oder Blogger in China gesperrt.

China blockiert auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, weil es einen unkontrollierten Nachrichtenfluss darüber befürchtet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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