Kompromisslösung

89-jähriger Hardliner wird Leiter des iranischen Expertenrats

+
Neu an der Spitze des iranischen Expertenrats: Der 89-jährige Ajatollah Ahmad Dschannati erhielt 51 der insgesamt 88 Stimmen der Ratsmitglieder.

Teheran – Ein erzkonservativer Ajatollah ist zum Leiter des iranischen Expertenrats gewählt worden. Der 89-jährige Ajatollah Ahmad Dschannati erhielt 51 der insgesamt 88 Stimmen der Ratsmitglieder.

Der Expertenrat wählt und kontrolliert die Arbeit des obersten iranischen Führers, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat. Seit 1989 ist Ajatollah Ali Chamenei in dieser Position.  

Bei der Wahl zum Expertenrat im Februar hatte die von Präsident Hassan Ruhani und dem moderaten Ex-Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani angeführte Liste gegen die Hardliner gewonnen. Schon im Vorfeld hatten jedoch beide Kleriker erklärt, dass sie nicht Leiter des Rats werden wollten. Daher fiel die Wahl auf Dschannati, was von Beobachtern als eine Kompromisslösung zwischen Reformern und Hardlinern angesehen wurde.

Der Expertenrat ist zwar auf Papier ein wichtiges Gremium, die Klerus-Elite des Landes spielt aber de facto keine große politische Rolle. Wichtig wird der Rat erst wieder, wenn ein Nachfolger für Ajatollah Chamenei als oberster Führer zu wählen ist. Der aber ist unangefochten.

dpa

Meistgelesene Artikel

Grünen-Politiker tot am Rheinufer aufgefunden

Mannheim - Am Montagmorgen wurde am Brühler Rheinufer eine verbrannte Leiche gefunden. Dabei soll es sich um den Landtagsabgeordneten Wolfgang …
Grünen-Politiker tot am Rheinufer aufgefunden

Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“

Wien - Noch immer schlägt der Wahlerfolg Van Der Bellens große Wellen. Verschiedene deutsche Politiker haben sich zu dem Sieg des neuen …
Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“

Seehofer erleidet erneut Schwächeanfall

München - Schreckmoment in der Münchner Staatskanzlei: Ein Schwächeanfall hat Ministerpräsident Horst Seehofer bei einer Bürgersprechstunde gestoppt.
Seehofer erleidet erneut Schwächeanfall

Kommentare