Syrien-Drama

Helfer: "Jeden Tag Dutzende Omrans in Aleppo"

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Ein Gesicht des Krieges: Wie gelähmt und völlig verstört sitzt ein kleiner Junge aus Aleppo nach einem Luftangriff in einem Krankenwagen.

Damaskus - Es gibt momentan vielleicht keinen grausameren Ort als das syrische Aleppo. Helfer versuchen, auf dem Kriegsschauplatz Leben zu retten. Und werden oft selbst zu Opfern.

Gewaltszenen und Angriffe mit vielen Toten und Verletzten sind in Syrien täglich bittere Realität. "Ich kann der Welt sagen, dass es jeden Tag Dutzende Omrans in Aleppo gibt", sagte Ibrahim al-Hadsch von der oppositionsnahen Hilfsorganisation Weißhelme der Deutschen Presse-Agentur.

Er spielt damit auf den kleinen Jungen aus Aleppo an, der nach einem Luftangriff am Mittwochabend verstört in einem Rettungswagen saß. Die Bilder von Omran gingen um die Welt.

Omran und seine Familie überlebten und hatten Glück, sagt Al-Hadsch. "In der selben Nacht mussten wir kleine Kinder unter den Trümmern im Osten Aleppos ziehen." Sie hätten kein Glück gehabt und seien gestorben. "Ihre Bilder haben es nicht geschafft und versetzten die Welt nicht in Schock wie Omrans Foto."

Es sind Bilder, wie Ibrahim al-Hadsch und seine Kollegen - alles freiwillige Helfer - sie fast jeden Tag zu sehen bekommen. "Unser Job wird mit jeder Stunde härter", sagt er. Die Weißhelme hätten vier Hauptstützpunkte in Aleppo, von denen sie rund um die Uhr zu Rettungseinsätzen ausrückten. Verständigen würden sie sich untereinander mit Walkie-Talkies, weil die Mobilfunk-Verbindungen extrem schlecht sind. An Tagen, an denen die Stadt bombardiert werde, flögen Kampfjets für gewöhnlich mehr als 40 Angriffe.

Oft seien die Helfer dabei auch selbst in Lebensgefahr, erzählt Al-Hadsch. 47 der Weißhelme seien im Einsatz bereits getötet worden, 95 hätten Verletzungen erlitten. Und die Notfälle führten sie auch zu zerstörten Häusern in der Stadt, die sie sehr genau kennen. Weil es ihre eigenen sind.

Einmal sei er mit Kollegen zu einem Einsatz in einem Viertel Aleppos ausgerückt, sagt Al-Hadsch. "Als wir näher kamen, meinte einer von ihnen: "Hier lebe ich"". Sein Haus sei zerstört gewesen. Frau und Kinder nur noch tot geborgen worden. "Das ist der Horror, mit dem wir jeden Tag leben. Ich habe auch einen Sohn und eine Frau. Sie sind immer bedroht."

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dpa

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