Hollywood-Stars lassen Merkel abblitzen

Los Angeles - Geplant war ein Abendessen mit Hollywood-Stars, doch Bruce Willis und Co. ließen Angela Merkel einfach abblitzen. Doch dafür hat die Kanzlerin jetzt ein Ipad.

Über dieses Geschenk war selbst die Kanzlerin ein wenig stolz: Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger überreichte Angela Merkel am dritten Tag ihrer USA-Reise am Mittwoch ein iPad. Weil Hersteller Apple die internationale Markteinführung des kleinen Computers um einen Monat verschob, hat die Kanzlerin den Deutschen damit wirklich etwas voraus.

Kanzlerin Merkel trifft Arnold Schwarzenegger

Kanzlerin Merkel trifft Arnold Schwarzenegger 

Und Merkel traf in Hollywood auf deutsche Stars wie Thomas Gottschalk und Heidi Klum. Der ganz große Glamour-Rummel blieb allerdings aus. Die kalifornischen Gastgeber, allen voran Los Angeles' Bürgermeister Antonio Villaraigosa, hatten für ein festliches Mittagessen im imposanten Getty Center hoch über Los Angeles die Teilnahme von Hollywood-Stars wie Bruce Willis, Nicole Kidman und Ashton Kutcher in Aussicht gestellt.

Die Schauspieler hatten aber offenbar anderes zu tun und und straften die deutsche Delegation mit Abwesenheit. Moderator Gottschalk lieferte dafür diplomatisch einen Grund. Auf die Frage, welches Interesse Hollywood-Stars an der deutschen Kanzlerin haben könnten, antwortete der in einen buntkarierten Anzug gekleidete Wahl-Kalifornier: “Die Frage kann man nicht ehrlich beantworten, ohne jemandem zu schaden.“

Klum findet Merkel toll

Ohnehin lieferte der gut aufgelegte Gottschalk genügend Unterhaltung. Ob er die Kanzlerin in drei Worten beschreiben könne, wollte ein Journalist wissen. “Drei Worte reichen nicht, Frau Merkel zu beschreiben, und so viel Zeit haben wir nicht“, konterte der blond gelockte Moderator. Tipps wolle er Merkel auch nicht geben: “Sie gibt mir ja auch keine.“

Gottschalk war Tags zuvor erst aus Deutschland zurückgekehrt, eigens für Merkel verzichtete er auf gewohnte Rituale. Eigentlich habe er heute seinen “Jetlag-Tag“, meinte Gottschalk. “Aber Frau Merkel hat bei mir Kanzlerbonus.“ Zuvor hatte sich schon Heidi Klum als Merkel-Fan geoutet. “Ich finde es bemerkenswert, wie sie sich macht in dem ganzen Männerhaufen“, flötete das plateaubesohlte Topmodel in die Mikrofone. Sie finde es “einfach toll“, dass sie Merkel mal kennenlernen könne, sagte Klum, die mit Ehemann Seal gekommen war, um sich am opulenten Mahl - “Roasted Baby Beet and Pixie Tangerine Salad“, gefolgt von wahlweise “Alaskan Halibut“ oder “Citrus Glazed Short Ribs“ - gütlich zu tun.

Es sei eine große Ehre für sie und ihren Mann, auch, weil sie die Kanzlerin noch nie getroffen habe, sagte Klum, die mit ihrer neuen Frisur, den dunkelblonden Haaren mit blonden Strähnchen, auch bei der deutschen Delegation für Aufsehen sorgte. Schließlich könne sie ja nicht einfach abends bei Merkel vorbeikommen, meinte die im schicken Sommerkleid gewandete Klum.

Merkel goes Hollywood

Und am Ende kam Kanzlerin Merkel doch noch zu einem US-Star. Beim Besuch der Warner Filmstudios wartete schon Schauspieler Simon Baker auf sie und unterbrach eigens für den deutschen Gast die Drehaufnahmen.

Der Mann ist eigentlich Australier und noch keine Hollywood-Größe wie George Clooney, aber immerhin: Als Hauptdarsteller in der Krimi-Serie “The Mentalist“ lockt er in den Staaten zu jeder Folge zwischen 16 und 17 Millionen Zuschauer vor die Fernsehschirme, auch in Deutschland ist “The Mentalist“ ein Erfolg.

Merkel kannte zwar weder den smarten 40-Jährigen noch seine Serie, gleichwohl verstand sich die Kanzlerin geübt auf einen kurzen Small Talk. Die umstehenden Mitglieder der Filmcrew fanden es ganz offensichtlich toll: Handykameras wurden in Massen gezückt und aufgeregt eingesetzt. Irgendwie war Merkel doch noch in Hollywood angekommen.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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