Frankreichs Polizei führt illegale Roma-Kartei

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Frankreichs Polizei steht wegen seiner illegalen Roma-Kartei in der Kritik

Paris - Im Streit um die französische Roma-Politik ist ein weiteres Detail bekanntgeworden, das für Frankreich peinlich werden könnte - eine illegale Kartei.

Nach Informationen der Zeitung “Le Monde“ führt die französische Gendarmerie eine illegale Kartei, in der Roma und andere nicht sesshafte Minderheiten vermerkt sind. Die Anwälte von vier Roma-Verbänden hätten Klage eingereicht, berichtete das Blatt.

Innenministerium leugnet Wissen um Kartei

In Frankreich verbietet es die Verfassung, die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe statistisch zu erfassen. Das Innenministerium erklärte, von der Existenz dieser Kartei nichts zu wissen und ordnete eine interne Kontrolle an. Die inoffiziell geführte Kartei werde MENS genannt, was übersetzt für “ethnische, nicht sesshafte Minderheiten“ stehe, meldete “Le Monde“.

Kartei enthielt Abstammungslehre von Romafamilien

Das Blatt führte mehrere interne Dokumente der Gendarmerie an, in denen auf die Kartei verwiesen wird. Verantwortlich sei die Abteilung, die sich mit der Kriminalität mobiler Gruppen beschäftige. Sie habe in einem 2004 im Internet veröffentlichten Dokument unter anderem eine Abstammungslehre von Romafamilien aufgeführt. Zudem habe sie eine Statistik von Roma nach Nationalitäten geordnet. Das entsprechende Dokument ist inzwischen nicht mehr im Netz zu finden.

Innenminister Brice Hortefeux hatte mehrfach betont, dass Frankreich nicht gezielt gegen Roma vorgehe, sondern nur gegen Ausländer ohne Bleiberecht. Die Ausgewiesenen würden auch nicht als Roma gezählt, sondern als Staatsangehörige ihrer jeweiligen Heimatländer. Präsident Nicolas Sarkozy hatte allerdings in einer Rede im Juli ausdrücklich erwähnt, dass “das Verhalten einiger aus der Gemeinschaft der Landfahrer und Roma“ Probleme bereite und deswegen alle illegalen Lager aufgelöst werden sollten.

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