Iran will zwei neue Atomkraftwerke bauen

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Die Atomkraftwerke sollen in der Nähe des bestehenden Atomkraftwerks Buschehr (im Bild) entstehen

Teheran - Der Iran plant den Bau von mindestens zwei neuen Atomkraftwerken. Der Forderung aus dem Westen, die Produktion von angereichertem Uran einzustellen, erteilte das Land eine Absage.

Die beiden 1.000-Megawatt-Anlagen befänden sich nach offiziellen Angaben bereits in einem frühen Planungsstadium, zitierte das staatliche Fernsehen am Sonntag den Leiter des iranischen Atomprogramms, Fereidun Abbasi. Mit dem Bau werde möglicherweise in einem oder zwei Jahren begonnen. Sie sollten in der Nähe des bestehenden Atomkraftwerks Buschehr entstehen, das mit russischer Hilfe im Mai 2011 in Betrieb genommen wurde.

Der Iran hat in den vergangenen Jahren wiederholt erklärt, der Bau weiterer Atomkraftwerke sei geplant. Der Westen verdächtigt den Iran, den Bau von Atomwaffen anzustreben. Das Land weist die Vorwürfe zurück.

Produktion von angereichertem Uran wird nicht eingestellt

Abbasi sagte weiter, es gebe derzeit keine Gründe, die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran einzustellen. Er lehnte damit eine Forderung westlicher Mächte ab, die befürchten, derart hoch angereichertes Uran könnte schnell in Material umwandelt werden, das für die Herstellung von Atomwaffen geeignet ist. Der Iran werde weiter hoch angereichertes Uran für einen medizinischen Forschungsreaktor produzieren, sagte Abbasi laut Staatsfernsehen.

Die Äußerungen Abbasis spiegeln die Haltung wider, die der Iran vergangene Woche bei den internationalen Atomverhandlungen in Bagdad eingenommen hatte. Die 5+1-Gruppe bestehend aus den fünf UN-Vetomächten USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sowie Deutschland hatte den Iran zu einem Stopp der hochprozentigen Urananreicherung aufgefordert. Im Gegenzug hatte sie Teheran unter anderem die Lieferung von medizinisch nutzbaren Isotopen und dringend benötigten Ersatzteilen für iranische Flugzeuge sowie eine Kooperation in der Atomsicherheit angeboten. Die iranische Seite wies das als inakzeptabel zurück.

dpa

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