Kroate in Ägypten hingerichtet

IS brüstet sich mit Enthauptung von Geisel

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Der Kroate Tomislav Salopek, der am Mittwoch als Geisel des IS enthauptet worden sein soll.

Kairo - Die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben einen vor drei Wochen entführten Kroaten ermordet. Ein Foto auf Twitter soll den Leichnam zeigen.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar einen vor drei Wochen bei Kairo gekidnappten Kroaten enthauptet - es wäre der erste Mord an einer westlichen IS-Geisel in Ägypten. Die Extremistenorganisation veröffentlichte am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto, das die Leiche des 31-Jährigen zeigen soll. Tomislav Salopek arbeitete für das französische Erdölunternehmen CGG. Die kroatische Regierung bestätigte seinen Tod zunächst nicht.

Am vergangenen Mittwoch hatte ein ägyptischer IS-Ableger ein Video mit Salopek im Internet veröffentlicht. Der Vater zweier Kinder kniete darin neben einem Vermummten mit einem Messer in der Hand und musste vom Blatt ein Ultimatum ablesen. Er werde binnen 48 Stunden hingerichtet, wenn die ägyptische Regierung nicht inhaftierte muslimische Frauen freilasse - eine Kernforderung der Islamisten in Ägypten. Die kroatische Außenministerin Vesna Pusic war daraufhin nach Kairo gereist, um sich für seine Freilassung einzusetzen.

Die kroatische Nachrichtenagentur Hina zitierte am Mittwoch eine Quelle im Außenministerium, wonach es "keine Bestätigung" für den Tod Salopeks gebe. Das Foto seiner mutmaßlichen Leiche wurde auf Twitter-Konten des IS verbreitet, dazu die Angaben: "Exekution eines Gefangenen aus Kroatien, der am Krieg gegen den Islamischen Staat beteiligt war - nach Ablauf der Deadline."

IS-Extremisten ermordeten im vergangenen Jahr eine Reihe von in Syrien oder dem Irak verschleppten Ausländern vor laufender Kamera, nachdem ihre Forderungen nicht erfüllt worden waren. Die Organisation hat weite Landesteile in beiden Ländern unter ihre Kontrolle gebracht und begeht in den von ihr beherrschten Gebieten Gräueltaten an der Zivilbevölkerung.

Dass sie sich nun auch mit der Ermordung einer in Ägypten verschleppten westlichen Geisel brüstet, ist ein Rückschlag für Kairo. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi geht mit großer Härte gegen islamistische Extremisten in seinem Land vor, die vor allem auf der Sinai-Halbinsel immer wieder Sicherheitskräfte attackieren. Schon Salopeks Entführung war jedoch eine Warnung an internationale Firmen, dass ihre Mitarbeiter auch in und nahe der Hauptstadt bedroht sind.

afp

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