Berlusconi-Freund behält Immunität

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Berlusconis Parteifreund Nicola Cosentino (r.)

Rom - Italiens Abgeordnete entscheiden gegen die Aufhebung der Immunität eines unter Mafia-Verdacht stehenden Kollegen. Nicht zum ersten Mal springt der Berlusconi-Vertraute den Ermittlern von der Schippe.

Italiens Parlament hat gegen die Festnahme eines Vertrauten von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi gestimmt, dem Mafiaverstrickungen vorgeworfen werden. Am Donnerstagnachmittag stimmten 309 Abgeordnete gegen die Aufhebung der parlamentarischen Immunität von Nicola Cosentino, einem Abgeordneten der Berlusconi-Partei PDL. Er war lange Spitzenmann der Partei in der Region Kampanien. Für die Aufhebung stimmten 298 Abgeordnete.

Berlusconi lobte die Entscheidung als “korrekt und im Einklang mit der Verfassung“. Er habe diese Entscheidung erwartet, so der Ex-Premier. Vor der letzten Abstimmung hatte die rechtspopulistische Lega Nord ihren Abgeordneten die Entscheidung überraschend freigegeben. Bislang hatte die Parteiführung von Berlusconis früherem Koalitionspartner Koalitionszwang angeordnet und die Abgeordneten angewiesen, für Cosentinos Festnahme zu stimmen.

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

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Cosentino war im vergangenen Monat bei einer Anti-Mafia-Razzia in Neapel ins Visier der Fahnder geraten. Die Ermittler forderten die Aufhebung der Immunität Cosentinos und dessen Festnahme. Ihm werden Korruption und Verstrickungen mit dem kriminellen Camorra-Clan der Casalesi vorgeworfen. Cosentino wies die Vorwürfe zurück. Er sei das Opfer von linksgerichteten Staatsanwälten, die seine Karriere zerstören wollten, sagte er am Donnerstag vor der Abstimmung.

Der Abgeordnete hatte schon mehrfach im Zentrum von Ermittlungen gegen die Mafia gestanden. Im vergangenen Jahr hatte das Parlament im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen Consentino die Verwendung von Beweisen aus abgehörten Gesprächen abgelehnt.

In der italienischen Politik sind Mafiaverstrickungen kein Einzelfall. In den vergangenen Jahrzehnten waren Politiker immer wieder in Skandale verwickelt.

dpa

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