Einschränkung der Redefreiheit

Ein Jahr Gefängnis wegen YouTube-Parodie

Abu Dhabi - Weil durch den Video-Clip die Vereinigten Arabischen Emirate diffamiert werden sollen, wurden ein US-Amerikaner und fünf Beteiligte verurteilt.

Wegen einer Video-Parodie im Internet ist ein US-Amerikaner in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vom Staatssicherheitsgericht zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Dies berichtete das Internet-Portal „thenational“ am Montag. Der 29-jährige Shezanne Cassim, Unternehmensberater von Beruf, hatte zusammen mit Freunden ein Video produziert, das sich in ironischer Weise mit der an sich marginalen Jugendbanden-Szene in den schäbigeren Vororten der Glitzer-Metropole Dubai auseinandersetzt. 20-minütigen Streifen veröffentlichte er auf der Internet-Plattform YouTube.

Das Staatssicherheitsgericht sah in seinem Urteil den Straftatbestand der „Diffamierung der VAE im Ausland“ als erwiesen an. Medienberichten zufolge ist es die erste Verurteilung auf der Grundlage eines neuen, drakonischen Gesetzes zur Einschränkung der Redefreiheit im Internet.

Neben Cassim erhielten fünf weitere Mitwirkende an der Video-Produktion eine jeweils einjährige und zwei weitere eine jeweils achtmonatige Haftstrafe. Gegen drei der Verurteilten wurde in Abwesenheit verhandelt. Unter den Verurteilten sind außer Cassim ein weiterer US-Amerikaner, eine Kanadierin, eine Britin, zwei Inder und zwei Staatsbürger der Emirate.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ ZB

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