Waffenstillstand in Gefahr

Jemen: Tote bei Attentat auf Huthi-Rebellen

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Männer inspizieren ein beschädigtes gepanzertes Fahrzeug in Sanaa.

Sanaa - Wochenlang bekämpfen sich schiitische Huthi-Rebellen und ihre Gegner im Jemen. Ein Waffenstillstand soll den Konflikt beenden. Doch ein schweres Attentat überschattet das Abkommen.

Bei einem Anschlag auf schiitische Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa sind Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden. Augenzeugen berichteten am Dienstagabend, an einem Kontrollpunkt der Rebellen im Nordwesten der Stadt sei eine Autobombe explodiert. Der Anschlag ereignete sich nur knapp zwei Stunden, nachdem sich der Anführer der Huthis in einer Rede zu dem Waffenstillstand zwischen den Schiiten und der Regierung bekannt hatte. Wer für das Attentat verantwortlich ist, war zunächst unklar.

Die Rebellen hatten in den vergangenen Wochen Teile Sanaas unter ihre Kontrolle gebracht, darunter das Verteidigungsministerium und den Sitz des staatlichen Fernsehens. Sie forderten mehr Mitbestimmung in der von Sunniten dominierten Regierung. Bei blutigen Gefechten mit der Armee wurden in der vergangenen Woche nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein in Sanaa 200 Menschen getötet.

Die am Wochenende erzielte Einigung sieht unter anderem die Bildung einer „Regierung der nationalen Einheit“ vor. Das Abkommen war vom UN-Sondergesandten für den Jemen, Dschamal Benomar, vermittelt worden.

Der Anführer der schiitischen Rebellen, Abdulmalik al-Huthi, appellierte am Dienstag in einer Fernsehansprache an die nationale Einheit des Jemen. Zugleich lobte er den Rebellenaufstand seines Volksstamms als „Revolution aller Jemeniten“.

Al-Huthi sagte, das Land sei von „korrupten Kräften“ befreit worden. Gemeinsam müssten jetzt alle Jemeniten an einer neuen nationalen Politik arbeiten. Den am Sonntag unterzeichneten Vertrag mit der Regierung bezeichnete Al-Huthi als bindend.

Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi hatte die schiitischen Huthi-Rebellen am Dienstag nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite Al-Mashhad al-Yemeni aufgefordert, aus der Hauptstadt Sanaa abzuziehen. Zugleich bestritt er, dass die Rebellen die Hauptstadt kontrollieren würden.

dpa

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