Europäische Studie

Juden sehen wachsenden Antisemitismus

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Ein Mann mit einer Kippa sitzt am 08.11.2013 anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht in der Synagoge in Dresden.

Wien - Fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Antisemitismus in Europa wieder auf dem Vormarsch - und das besonders in Ungarn, Frankreich und Belgien:  Das zeigt eine aktuelle Studie.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Europäischen Agentur für Grundrechte, deren Ergebnis am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach beobachten drei von vier befragten Juden in der EU, dass die Feindseligkeiten gegen ihre Gruppe in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben.

Besonders viel Zustimmung erfährt diese Wahrnehmung in Frankreich und Belgien (je 88 Prozent) sowie in Ungarn (91 Prozent), wo seit April 2010 die rechtsextreme Jobbik-Partei stark im Parlament vertreten ist. Europaweit fürchtet sich knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer vor Beleidigungen in der Öffentlichkeit, ein Drittel geht gar mit der Angst vor körperlichen Angriffen auf die Straße.

"Uns wird immer gesagt, wir sollten uns am Ausgang der streng gesicherten Synagogen schnellstmöglich zerstreuen", wurde eine französische Jüdin zitiert. "Meines Wissens ist das in Kirchen, Tempeln oder Moscheen nicht der Fall." Aus Sicht von 75 Prozent der knapp 6000 befragten Juden kommt Antisemitismus aber primär im Internet - zum Beispiel auf Videoplattformen wie YouTube - und in den Medien zum Ausdruck.

An der Online-Umfrage hatten sich im Herbst 2012 knapp 6000 bekennende Juden aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Italien, Lettland und Schweden beteiligt. Auf diese acht Länder entfallen rund 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Europa.

AFP

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