Jung verteidigt Verhalten in Kundus-Affäre

+
Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verteidigt die Informationspolitik in der Kundus-Affäre.

Berlin - Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die zögerliche Informationspolitik der Bundesregierung zu dem verheerenden Bombardement von Kundus verteidigt.

Ihm sei es darum gegangen, Öffentlichkeit und Parlament “wahrheitsgemäß und korrekt zu berichten“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags. Deswegen sei er mit den ersten Informationen über Opferzahlen vorsichtig umgegangen.

Lesen Sie auch:

Kundus: Schneiderhan geht in die Offensive

Kundus-Affäre: Guttenberg entlässt General

Anzeige wegen Geheimnisverrats in Kundus-Affäre

Streit über Guttenberg-Aussage im Kundus-Ausschuss

Bei dem von einem Bundeswehroberst befohlenen Angriff auf zwei Tanklaster waren am 4. September 2009 bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Zu getöteten Zivilisten hatte die Bundesregierung wochenlang keine klare Aussage gemacht. Jung stellte sich auch vor die an der Aufarbeitung des Luftschlags beteiligten Bundeswehrsoldaten und Mitarbeiter in seinem Ministerium.

Das Einzige, was ihn geärgert habe, sei die Erstellung eines eigenständigen Feldjägerberichts der Bundeswehr. Das habe der Absprache widersprochen, dass man lediglich einen Bericht der internationalen Schutztruppe ISAF unterstützen wolle. Der Ende 2009 wegen der Kundus-Affäre als Arbeitsminister zurückgetretene Jung verteidigte auch, dass eine erste Pressemeldung des Ministeriums die Möglichkeit ziviler Opfer noch nicht berücksichtigt habe. Die damalige Informationslage sei gewesen, dass es 56 tote und 14 verletzte Taliban gegeben habe, sagte er.

dpa

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Verfassungsgericht lehnt NPD-Verbot ab

Für die Länder ist es ein Schlag: Sie schaffen es nicht, ein Verbot der NPD zu erstreiten. Damit ist schon der zweite Versuch gescheitert. Das …
Verfassungsgericht lehnt NPD-Verbot ab

Kommentare