Junge Spanier trotzen Demonstrationsverbot

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Junge Spanier trotzdem dem Demonstrationsverbot.

Madrid - Die Proteste vor den Regional- und Kommunalwahlen an diesem Sonntag in Spanien ebben nicht ab - selbst Verbote halten die jungen Menschen nicht zurück, auf die Straße zu gehen.

Auch Verbote können sie nicht aufhalten: Tausende Bürger haben erneut in zahlreichen spanischen Städten für mehr soziale Gerechtigkeit und politische Reformen in dem Krisenland demonstriert. Proteste gab es nach Fernsehberichten auch vor den Botschaften Spaniens in London, Paris und Lissabon. In Madrid forderten Anhänger der Protestbewegung “Echte Demokratie Jetzt!“ am Donnerstag eine Reform des Wahlrechts, um auch kleineren Parteien Chancen zu geben, sowie ein Referendum über die Abschaffung der Monarchie oder die Legitimität von Staatshilfen für marode Banken.

Allein in der spanischen Hauptstadt waren am Mittwochabend in der Umgebung des besetzten Puerta-del-Sol- Platzes nach Angaben der Veranstalter rund 10 000 Menschen zusammengekommen, obwohl die Behörden die Kundgebung wegen der Regional- und Kommunalwahlen an diesem Sonntag untersagt hatten. “No pasarán!“ (Sie werden nicht durchkommen), skandierten die überwiegend jungen Demonstranten in Anlehnung an die berühmte Durchhalteparole der republikanischen Widerstandskämpfer während des Spanischen Bürgerkrieges. Rund 500 Polizisten waren im Einsatz. Um Zusammenstöße zu vermeiden, griffen sie aber nicht ein.

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Die über das Internet organisierten Proteste richten sich nicht ausdrücklich gegen die sozialistische Regierung, sondern gegen die politische Klasse insgesamt. Die Demonstranten verlangen auch Arbeitsplätze, bessere Löhne und bezahlbare Wohnungen. In rund 40 Städten halten die Anhänger der Bewegung zentrale Plätze besetzt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

In Spanien ist jeder fünfte Erwerbsfähige ohne Job, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 45 Prozent. Wegen der hohen Verschuldung setzte die Regierung einen strengen Sparplan durch: Beamtengehälter wurden gekürzt, Renten eingefroren, Kündigungen erleichtert.

dpa

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