Kinderärzte warnen vor Unterversorgung

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Kinderärzte warnen vor medizinischer Unterversorgung in sozial schwachen Wohnvierteln.

Berlin - An sozialen Brennpunkten in Deutschland droht nach Ansicht des Berufsverbandes Kinder- und Jugendärzte medizinische Unterversorgung. Praxen würden sich in solchen Gebieten nicht mehr rechnen.

Kollegen seien nicht mehr bereit und in der Lage, sich in Wohnvierteln mit einem hohen Anteil an Arbeitslosen, Migranten und anderen Randgruppen niederzulassen, da sie sich mit den Honoraren der gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr finanzieren könnten, erklärte Verbandspräsident Wolfram Hartmann am Freitag in Berlin.

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Zugleich forderte er höhere Hartz-IV-Sätze für Kinder. Anlässlich einer Verbandstagung sagte Hartmann, in bestimmten Stadtteilen von Berlin, Hamburg, Bremen, Köln und anderen Großstädten könne man bereits von einer Unterversorgung sprechen.

Dies betreffe nicht nur Kinder, sondern alle Altersgruppen. Kinder hätten nach der UN-Kinderrechtskonvention von 1992 Anspruch auf Zugang zu allen medizinischen Leistungen. Der Staat habe dafür zu sorgen, dass diese Leistungen auch angemessen finanziert werden, entweder über Krankenversicherungen oder aus Steuermitteln.

Hartmann sagte, Kinder- und Jugendärzte beobachteten zudem mit Sorge, dass Kinder nicht ausreichend zu essen hätten. “Die Hartz-IV-Regelsätze für ein Kind bis zum Alter von 14 Jahren sind zu niedrig.“ Die 1,6 Millionen Kinder mit Hartz IV-Leistungen seien erheblich gegenüber anderen Kindern benachteiligt.

Mangelnder Wille zur Beseitigung von Kinderarmut

Hartmann warf der Bundesregierung mangelnden Willen zur Beseitigung von Kinderarmut vor. Die Sparbeschlüsse der Bundesregierung zeigten nicht, “dass man wirklich gewillt ist, mit Nachdruck für Chancengleichheit zu sorgen und besonders die Kinder und Jugendlichen, die in ihrem Elternhaus nicht entsprechend ihren Möglichkeiten gefördert werden, umfassend bereits ab dem Krippenalter in allen Bereichen zu fördern“, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes. Hartmann forderte, sozialschwache Familien müssten von Fachleuten begleitet und in ihrer Erziehungs- und Alltagskompetenz gestärkt werden. Dazu gehören neben aufsuchender Betreuung der Familien auch kostenlose Kindertageseinrichtungen.

dapd

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