Schüler werden psychologisch betreut

Klassenkameraden erkennen 12-jährigen IS-Schützen

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Website mit IS-Propaganda. Foto: Oliver Berg/Archiv- und Symbolbild

Toulouse - Ein Kind im Kampfanzug, das eine Geisel mit Kopfschüssen tötet - das IS-Video sorgte weltweit für Entsetzen. Besonders geschockt sind Schüler in Toulouse. Sie erkannten ihren früheren Klassenkameraden wieder.

Französische Schüler haben einen früheren Klassenkameraden als den Todesschützen in einem Hinrichtungsvideo der IS-Terrormiliz wiedererkannt und werden nun von Psychologen betreut. Der heute 12-Jährige war bis März 2014 Schüler einer Grundschule in der südfranzösischen Stadt Toulouse.

Das berichtete die örtliche Zeitung "La Depeche". Eltern von Mitschülern beschrieben den Jungen demnach als schüchtern und still. Die Radikalisierung lasteten sie dessen Stiefvater Sabri Essid an, einem bekannten Islamisten.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, hatte Essid enge Verbindungen zu Mohammed Merah - dem Islamisten, der 2012 im Großraum Toulouse insgesamt sieben Menschen erschossen hatte, darunter an einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Lehrer.

Die sunnitischen IS-Extremisten hatten am Dienstag ein neues Propagandavideo veröffentlicht, in dem ein Junge einen angeblichen palästinensischen Spion erschießt. Der Palästinenser erklärt darin, er sei 19 Jahre alt und komme aus Jerusalem. Der israelische Geheimdienst Mossad habe ihn nach Syrien geschickt, damit er Informationen über den IS beschaffe. Die Authentizität des Videos ließ sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Französische Ermittler prüfen laut AFP nun, ob ein französisch sprechender Mann in dem Video Essid sein könnte. Der IS-Anhänger hatte darin angekündigt, "Legionen des Kalifats" würden Jerusalem befreien.

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon hatte Verbindungen des offenbar ermordeten israelischen Arabers zum Geheimdienst Mossad dementiert.

Bereits Mitte Januar hatte der IS ein Video veröffentlicht, in dem ein kleiner Junge zwei angebliche Spione des russischen Geheimdienstes erschießt.

dpa

Bericht des israelischen Rundfunks, hebräisch

Bericht La Depeche

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