Kritik an Röslers Landarztquote

Berlin - Politiker von Koalition wie Opposition halten ebenso wie Ärztevertreter den Vorschlag einer Landarztquote von Bundesgesundheitsminister Philip Rösler für unzureichend.

Der FDP- Politiker will eine bestimmte Quote von Studienplätzen für jene reservieren, die sich bereiterklären, anschließend auf dem Land zu praktizieren. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte in der “Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch): “Wenn der Facharzt in der Stadt mehr verdient als der Hausarzt auf dem Land, nutzen auch neue Auswahlverfahren und Quoten nichts.“ Wichtiger sei es, die Hausärzte besser zu bezahlen und die Zahl der Studienplätze zu erhöhen.

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Unterstützung für Röslers Plan gegen Ärztemangel

Der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) sagte der “Financial Times Deutschland“ (Mittwoch): “Quoten helfen uns überhaupt nicht weiter“. Das Problem seien die Arbeitsbedingungen von Ärzten. “Wenn alle Absolventen eines Medizinstudiums hinterher auch den Beruf ergreifen würden, hätten wir keinen Ärztemangel, nicht einmal einen Landärztemangel.“ Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, nannte Röslers Vorschlag zwar “vernünftig“, hält ihn aber ebenfalls nicht für ausreichend. Er forderte in den Dortmunder “Ruhr Nachrichten“ (Mittwoch) die Kommunen auf, die Arbeitsbedingungen für Landärzte zu verbessern. “Die Gemeinden müssen auch die Infrastruktur schaffen, damit ein Arzt abwechselnd in verschiedenen Dörfern Sprechstunden abhalten kann.“

Auch die Zusammenarbeit zwischen Praxen und Krankenhäusern sei verbesserungswürdig. Für eine finanzielle Stärkung der Allgemeinmedizin sprach sich der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, aus. Ein angehender Hausarzt müsse kalkulieren können, wieviel Geld er bekommt, verlangte Weigeldt in der “Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch). Ohne finanzielle Sicherheit werde kaum noch ein Arzt “das Wagnis einer Praxisgründung auf dem Land“ eingehen. “Hausärzte arbeiten derzeit mehr und verdienen weniger als Fachärzte“, beklagte Weigeldt. Zudem gingen immer mehr Absolventen eines Medizinstudiums lieber zu Behörden, Krankenkassen und der Industrie.

dpa

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